Mary Cronos: Wir wollen Selfpublisher*innen mit Fakriro eine Präsenz auf den großen Messen verschaffen

ie folgenden sechs Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die „was mit Büchern“ bzw. Publishing machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern bzw. mit Publishing?

Mary Cronos: Wir wollen Selfpublisher*innen mit Fakriro eine Präsenz auf den großen Messen verschaffen

Tja. Wer bin ich und wenn ja, wie viele? In der Welt der Kunst und Literatur kennt man mich unter dem Namen Mary Cronos. Und während meine Realfigur Maria Schucklies als evangelische Theologin auf der faulen Haut liegt, statt Pfarrerin zu werden, war Mary Cronos nicht untätig:

Noch während Maria studierte, gründete Mary im Sommer 2013 ihr kleines Kreativunternehmen Colors of Cronos und erfüllte Auftragsarbeiten in den Bereichen Fotografie, Design und Illustration. Zu dieser Zeit kamen – Marias Connections sei Dank – die meisten Aufträge aus dem Dunstkreis der evangelischen Landeskirche ihrer Heimat Berlin-Brandenburg.

Zu dieser Zeit ahnten noch weder Mary noch Maria, dass sie zwei Jahre später Autorin sein würden. Auch wenn das Schreiben schon lange eine große Leidenschaft der beiden gewesen ist.

Long story short: Heute hat Maria kaum noch was zu melden, während Mary sich bei all ihren Jobs auf den Buchmarkt spezialisiert hat: Im Schwerpunkt bietet sie heute Autorenportraits und Eventfotografie an, Buchcover- und Werbedesign für Autor:innen, Buchillustrationen und Portraitzeichnungen sowie – gemeinsam mit ihrer Kollegin Sabrina Schuh – Fakriro, die etwas andere Messepräsenz für Selfpublisher. Ganz nebenbei hat sie inzwischen fünf Bücher im Fantasygenre veröffentlicht – teils im Alleingang als Selfpublisherin, teils dank ihrer Agentur Langenbuch und Weiß im Verlag.

Ich mag an Mary ja vor allem, dass sie es liebt, zu netzwerken. Wo und wann immer es geht, bietet sie Workshops und Vorträge an, um mit Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen, organisiert Leseevents und Meet&Greets. Ihre jüngsten Projekte der Kreativpodcast Carpe Artes und das Messeprojekt Fakriro waren da eine logische Folge.

Zugegeben: Ich selbst bin eigentlich ein zu großer Hasenfuß und sterbe vor jedem Bühnenauftritt und jedem Vortrag halb, aber zum Glück merkt man Mary das nicht an. Sie tut immer ganz cool.

Manchmal ist das alles wirklich etwas viel, aber es macht einfach zu viel Spaß, um auch nur einen Bereich meiner Arbeit einzustampfen. Und solange ich für meine größeren Projekte Unterstützung habe – so wie Sabrina oder Lillith Korn und Saphina Art bei unserem Podcast – kann doch im Grunde nichts schief gehen. Mit etwas Glück werde ich in diesem Jahr trotz aller Projekte noch zwei neue Bände meiner Fantasyreihe Nafishur und mein Krimi-Debüt veröffentlichen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Meine Vorstellung lässt es vielleicht schon erahnen: Es gibt bei mir keinen typischen Arbeitstag. Das einzige, das daran typisch ist, ist das Arbeiten in der falschen Zeitzone. Am liebsten bin ich zwischen 22 Uhr und 7 Uhr morgens produktiv.

Das liegt womöglich daran, dass ich zu Zeiten, zu denen auch andere Menschen unserer Breitengrade wach sind, oft mit Networking beschäftigt bin und selten konzentriert durcharbeiten kann.

Wann immer ich darüber hinaus versucht habe, eine Regelmäßigkeit zu erzeugen, wurde sie mir binnen 48 Stunden wieder zerstört durch kurzfristige “Feuerwehreinsätze”, wenn ein Designer abgesprungen ist und ich schnellstmöglich ein Cover fertigstellen soll oder wenn ein Event plötzlich seinen Fotografen verloren hat.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Meine Arbeit veränderte sich vor allem durch meine … Berufsauffassung zwei Mal: Zuerst wurde ich von der Studierenden mit kreativem Nebenjob zur Selbstständigen, die 2016 nebenbei Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit in meiner hiesigen Landeskirche war. Dann folgte der noch wichtigere Schritt im vergangenen Sommer: Fort mit dem Nebenjob und der finanziellen Sicherheit einer unbefristeten Stelle. Willkommen in der 100%igen Selbstständigkeit.

Seit diesem letzten Schritt regiert das Chaos der ständigen neuen Chancen und Erlebnisse mein Leben. Mein Nebenjob endete am 31.07. und direkt am 1.8. erfuhr ich, dass ich mit meinem Verlagstitel Houston Hall – Schatten der Vergangenheit in der Hauptkategorie für den Deutschen Phantastik Preis nominiert wurde. Ab diesem Augenblick jagte eine neue Erfahrung die nächste: Meine spontane Reise zur Location meines Buchs, die FBM, die BuchBerlin, Signierstunden, die Erkenntnis, dass ich es beim DPP auf die Shortlist geschafft hatte, Radio- und Zeitungsinterviews und nicht zu vergessen mein mehr oder minder freiwilliger Auftritt in “Lass dich überwachen – die PRISM IS A DANCER Show” im ZDF. Krönender Abschluss war dann Sabrinas spontane Idee, innerhalb eines Monats Fakriro hochzuziehen.

Was ist ein Problem, für das Sie eine Lösung suchen?

An dem Problem der richtigen Wahrnehmung des Selfpublishings als ernstzunehmenden Bestandteil der Literaturwelt arbeite ich ja inzwischen dank Fakriro. Aber natürlich kann ein solches Projekt nur gelingen, wenn es bekannter wird. Ergo ist mein neues Problem: Wie mache ich Fakriro möglichst bekannt?

Ist das ein gutes Problem? Ich kann auch kleiner oder größer denken.

Kleiner: Ich könnte dringend mehr Zeit zum Schreiben gebrauchen.

Größer: Rassismus, Diskriminierung, Intoleranz und Verblödung der Massen wären Probleme, die wir gern kurzfristig auflösen könnten – zusammen mit der Klimakrise.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Ich freue mich über jeden neuen Kontakt aus der Buch- und Publishing-Bubble: Seien es schreibende oder anderweitig kreative Kolleginnen und Kollegen, die sich Coaching, Netzwerk oder einen Platz bei Fakriro wünschen; seien es Journalistinnen, die Interesse an einem Interview haben; oder seien es Buchhändlerinnen, die gern meine Bücher fürs Regal oder mich für eine Lesung oder einen Vortrag gewinnen wollen. Oder, oder, oder. Ich durfte die Erfahrung machen, dass jeder neue Kontakt eine Bereicherung sein kann und will niemanden davon abhalten, mich zu kontaktieren.

Wo finden wir Sie im Internet?

An zu vielen Orten. Ein paar seien erwähnt. Noch weitere finden sich auf den jeweiligen Websites:

Email: kontakt@mary-cronos.world

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Foto (c) privat

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