Matthias Walter: Ich bin Gründer und Verleger des CONBOOK Verlags für Reiseliteratur

Die folgenden sechs Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die „was mit Büchern“ machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Matthias Walter

Mein Name ist Matthias Walter, ich bin Gründer und Verleger des CONBOOK Verlags für Reiseliteratur, beheimatet im schönen Neuss am Rhein. Wir machen primär Bücher, die sich mit verschiedenen Ausprägungen von Reise- und Kulturerfahrungen auseinandersetzen. Ich bin also tatsächlich so etwas wie ein klassischer Buchverleger, auch wenn diesem Begriff ein Nimbus anhängt, den ich für mich lange Zeit nur bedingt gesehen habe – und auch heute noch nicht ganz annehmen kann. Aber ja, im Grunde mache ich das, was ein Verleger zu tun hat. Das hat mit Büchern zu tun, aber oft leider nicht zu dem Anteil, den man sich vorstellt und wünscht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Mein typischer Arbeitstag ist ein Bürotag, der nach dem Absetzen der größeren Tochter im Kindergarten beginnt. Im Verlag angekommen beginnt ein meist durchgeplanter, aber selten auch nach Plan verlaufender Arbeitstag, der aus viel Kommunikation, Planung, Abstimmung und Wegrocken all der Dinge besteht, die in einem kleinen Team eben auch am Verleger hängenbleiben. Luft zum Durchatmen bleibt dabei viel zu selten – dafür versuche ich zumindest, den Feierabend einigermaßen pünktlich einzuläuten, um ins »familiäre Abendritual« zu starten. Danach wird dann doch immer wieder noch ein wenig weitergearbeitet.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Ich habe den CONBOOK Verlag vor rund zehn Jahren gegründet, ohne wirklich zu wissen, was auch mich zukommt. Entsprechend intensiv hat sich alles – und damit auch meine eigene Arbeit – über die Jahre verändert. Die zum Jahresbeginn 2019 gestartete Vertriebskooperation mit der MairDumont-Gruppe ist wieder einmal ein weiterer Wendepunkt, der vieles auf den Kopf stellt.

Gleich geblieben ist die Freude am Büchermachen, am stärksten verändert hat sich die Organisation der dazugehörigen Prozesse. Waren es am Anfang einige wenige Bücher, so sind es mittlerweile rund 30 Novitäten im Jahr, die erschaffen, verlegt, vertrieben und vermarktet werden müssen. Das bedingt eine ganz andere Sicht auf die Verlagsarbeit.

Was ist ein Problem, für das Sie eine Lösung suchen?

Mehr Zeit für den kreativen Prozess zu haben. Das Entwickeln von Ideen und Konzepten ist nicht nur ein entscheidender, sondern auch ein sehr erfüllender Prozess, dem ich im vielfältigen und eng getakteten Verlagsalltag noch mehr Raum geben möchte. Diesen Raum zu schaffen oder zu finden, ist manchmal wirklich knifflig.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Wir haben ein Netzwerk aus wertvollen Menschen, die mit und für uns arbeiten – allen voran natürlich unsere Autorinnen und Autoren, die uns ihr Vertrauen schenken und mit uns gemeinsam tolle Bücher realisieren. Als Verlag im Wachstum kann dieses Netzwerk aber natürlich nie groß genug sein, daher ist mein Interesse an neuen Autorinnen und Autoren und damit verbundenen Ideen, Konzepten und Gedanken schier unersättlich. Und da diese Ideen irgendwann zwischen zwei Buchdeckel passen müssen, bin ich auch immer an engagierter Unterstützung bei Lektorat, Korrektorat und Kreation interessiert.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die erste Anlaufstelle für alles rund um CONBOOK ist natürlich die Verlagswebseite unter www.conbook-verlag.de, darüber hinaus sind wir bei Facebook und Instagram vertreten.

 

Foto: privat

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