Tsitsi Dangarembga: Ich lebe in Simbabwe und bin Filmemacherin, Autorin, Gender-Aktivistin und Kuratorin

Die folgenden sechs Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die „was mit Büchern“ machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Tsitsi Dangarembga, in Deutschland studierte und in Simbabwe lebende Filmemacherin, Autorin, Gender-Aktivistin und Kuratorin des nächsten African Book Festivals in Berlin mit dem Titel “Transitioning from Migration”, das von der Literaturagentur InterKontinental organisiert wird. Vor 30 Jahren habe ich meinen ersten Roman “Nervous Conditions” in Simbabwe veröffentlicht. Inzwischen ist dieses Buch vielfach ausgezeichnet und übersetzt zum Klassiker der Literatur des Kontinents geworden. Im August ist gerade mein dritter Roman “This Mournable Body” erschienen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich wache gegen halb sechs auf, wenn mein Mann aufsteht, um nach unserem Sohn zu sehen. Normalerweise gehe ich dann direkt an meinen Computer, lese meine Mails und öffne Social Media. Ich frühstücke mit der Familie gegen halb sieben und gehe dann zurück nach oben, um zu schreiben. Ich versuche täglich mindestens eine Seite Fiktion und drei Szenen eines Theaterstücks zu schreiben. Das gelingt am besten in den frühen Morgenstunden, bevor der Alltag übernimmt. Nach dem Schreiben erledige ich einiges der weiteren Arbeit, die gerade ansteht. Dann gehe ich ins Fitnessstudio für ein paar Stunden und wenn ich zurückkomme lese ich oder arbeite an Förderanträgen für Filmprojekte oder die Organisationen, mit denen ich arbeite. Am Abend bete ich und gehe dann früh zu Bett.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Meine Arbeit hat sich mit der Zeit gar nicht viel verändert. Ich habe mich immer mit den Lebenswegen und Gegebenheiten von Individuen beschäftigt. Normalerweise handelt es sich um weibliche Protagonistinnen. Wie genau ich mich annähere, hängt sehr mit den jeweiligen Gründen für die nähere Beschäftigung zusammen. Derzeit arbeite ich an einer Dystopie für junge Erwachsene, da ich das Gefühl habe, junge Leute auf dem Kontinent haben nicht genug zu Lesen, was ihnen direkt bekannt vorkommt.

Was ist ein Problem, für das Sie eine Lösung suchen?

Das Problem, zu welchem ich derzeit eine Lösung suche, ist die Frage, wie ich mich selbst in eine Umgebung begeben kann, in welcher mehr intellektueller Austausch stattfindet, mehr Zugang zu Literatur besteht und es generell mehr Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung gibt.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Menschen, die Residenzaufenthalte anbieten, langfristig aber auch kurzfristig.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.icapatrust.org – Das ist die Webseite der Organisation, für die ich in Harare tätig bin. Außerdem bin ich auf Twitter unter @efie41209591 zu finden.

Bildquelle: (c) Warsawb Wapril und Stefaan Anrys

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