Bastian Backstein: Im Dezember feiern meine kleinen Buchhelden Musical-Premiere in Dresden

Die folgenden sechs Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die „was mit Büchern“ machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Bastian Backstein und ich habe mir vor über 10 Jahren zum Spaß an der Freude die Geschichte vom Erzgebirgsengelchen Kathrinchen Zimtstern und ihren Freunden, dem schüchternen Nussknacker Johann Knatterburg und dem alten Räuchermann Arthur Grimmbart, ausgedacht. Am 2. Dezember feiern meine kleinen Buchhelden Musical-Premiere am Dresdner Kabarett „Breschke & Schuch“ – ein Meilenstein, über den ich mich riesig freue. Vielleicht inspiriert er auch andere Hobby-Autoren dazu,

  • über ihre Texte hinauszudenken,
  • sich jenseits bestehender Communities zu vernetzen und
  • neue kreative Projekte rund um ihre Ideen zu initiieren.

Angefangen hat bei mir alles damit, dass zunächst sämtliche Verlage mein Manuskript abgelehnt haben und ich schließlich mit erzgebirgischen Kunsthandwerkern und Spielzeugherstellern zusammengetan habe, um allen Widerständen zum Trotz mein Buchprojekt voranzubringen.

Inzwischen freue ich mich über drei erfolgreiche Buchauflagen beim Husum Verlag, eine Nominierung auf der Shortlist des Virenschleuder-Awards 2012 (jetzt ORBANISM AWARD), tolle Projekte zu Leseförderung von Kindern, eine Musik-CD und nicht zuletzt über echte Nussknacker, Räuchermännchen und Engelchen, die die Namen meiner Protagonisten tragen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Alles, was mit meinen kreativen Projekten zu tun hat, ist Hobby und Freizeit. In der Regel sind es ein paar wenige Abendstunden pro Monat, die ich zum Schreiben, Träumen, Planen und – ganz wichtig – Umsetzen nutze. Hinzu kommen gelegentliche Telefonate zur Abstimmung, denn inzwischen konnte Kathrinchen Zimtstern viele kreative Menschen als Freunde gewonnen, die sich von ihm inspirieren lassen und die ganz andere Talente haben als ich selbst. Zu sehen, wie eigene Ideen – wenn man sie losläßt – Flügel bekommen, ist ein tolles Gefühl.

Eine wesentliche Rolle spielen hier Kerstin Drechsel von den Werkstätten Flade, der Illustrator Gunther Springsguth, Sylva-Michèle Sternkopf von Sternkopf Design, die Musiker Micha Winkel und Ina Schirmer, Claudia Herold und das Team vom Theater Variabel e.V. aus Olbernhau, die Dramaturgin Esther Undisz sowie viele weitere mehr.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Meine „Arbeit“ ist deutlich vielfältiger geworden. Am Anfang ging es nur ums Schreiben. Dann stand die Frage im Raum: Wie finde ich einen Verlag? Dann: Wie bekomme ich das Buch an die Leser? Wie macht man Buch-Marketing ohne Budget? Wie funktioniert das mit Rechten und Lizenzen? Was mache ich bloß mit diesen netten Japanern und Japanerinnen am Messestand, die Nussknacker und Engelchen so toll finden und unbedingt die Geschichten lesen wollen? Und so weiter und so fort … Immer neue Fragen! Nicht verändert hat sich in all der Zeit allerdings meine Herangehensweise an diese Herausforderungen:

  • Hoch zielen (wer niedrig zielt, landet noch niedriger),
  • neugierig bleiben,
  • helfen und sich helfen lassen,
  • einen langen Atem haben,
  • den Spaß an der Sache nicht verlieren.

Außerdem bin ich äußerst dankbar für die vielen, treuen Leser und Leserinnen, für die Kathrinchen-Zimtstern-Lesen inzwischen zum festen Adventsritual geworden ist, das zum Basteln, Malen und Nachspielen anregt. Meist erfahre ich nur durch Zufall davon und kann nur glücklich staunen.

Was ist ein Problem, für das Sie eine Lösung suchen?

Insgeheim träume ich von einem Familienfilm rund um Kathrinchen Zimtstern. Zugegeben, das ist sehr, sehr ehrgeizig – aber wie meine kleine Heldin stürze ich auch mich gern mit etwas Naivität in neue Abenteuer. Und ich denke, dass ein Film gut laufen würde. Die positive Presseberichterstattung, die zahlreichen Fans und Freunde, die Kathrinchen ganz ohne Marketingbudget im ganzen Bundesgebiet gewinnen konnte – das halte ich für eine erfolgsversprechende Basis.

Ein anderes Thema, das mich umtreibt, ist meine Heimat Sachsen. Inzwischen lebe ich schon lange im Rhein-Main-Gebiet, aber die Verbundenheit (und mein Dialekt) bleiben. Meine Geschichten betrachten die erzgebirgischen Adventstraditionen mit Augenzwinkern und Humor, und ich hoffe mit Kathrinchen Zimtstern mein Scherflein für ein Sachsen ohne Hass und Hetze beitragen zu können, für eine Welt mit Herz und Vernunft. Ich glaube, Geschichten können das.

Last but not least: meine mangelnden Japanisch-Kenntnisse (siehe Frage 3).

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

  • Filmproduzenten, die sich von dem Dresdner Kathrinchen-Zimtstern-Familienmusical inspirieren lassen möchten und Lust haben, die Vorführungen im Dezember zu besuchen.
  • Buchmenschen mit Kontakten nach Asien, wo die Erzgebirgsfiguren sehr populär sind
  • Comic-Verlage mit Interesse an einem Weihnachtsprojekt

Wo finden wir Sie im Internet?

Facebook: https://www.facebook.com/KathrinchenZimtsternsWunderbareWelt
Webseite: http://www.kathrinchen-zimtstern.de/

Aktuell bei einer Leserunde bei Lovelybooks (noch eine Premiere für mich): https://www.lovelybooks.de/autor/Bastian-Backstein/Kathrinchen-Zimtstern-1009456836-w/

 

Fotos:
Bastian Backstein (privat)
Figuren und Buch (Tobias Ehleben)
Theatergruppe (Esther Undisz)

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