Anika Landsteiner: Normalerweise schreibe ich immer, egal wo ich bin

Die folgenden sechs Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die „was mit Büchern“ machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Anika Landsteiner

Mein Name ist Anika Landsteiner und ich bin Autorin. Bisher sind von mir ein erzählerisches Sachbuch und ein Roman erschienen. Außerdem lese ich gerne, vor allem lese ich gerne anderen vor. Ich liebe es, Menschen zu unterhalten und – gerade bei Lesungen – mich mit dem Publikum über eine Geschichte zu verbinden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn ich zu Hause in München bin, dann stehe ich zwischen 7 und 8 Uhr auf und genieße den Morgen, weil er meine liebste Tageszeit ist. Ich mache mir eine Tasse Kaffee, frühstücke und lese erstmal online Verschiedenes. Dann fange ich direkt an mit dem Schreiben, weil ich zu dieser Tageszeit produktiv bin. Nachmittags stehen oft E-Mails und Termine an, am späten Nachmittag bekomme ich dann meist nochmal einen kreativen Schub – wenn der ausbleibt, mache ich einfach früh Feierabend. Abends meditiere ich, bevor ich ins Bett gehe.

Wenn ich auf Reisen bin, sieht das ganz anders aus und ist ziemlich abhängig vom Reiseland. Kürzlich war ich drei Wochen in den USA und habe es genossen, nichts zu tun. Normalerweise schreibe ich aber immer, egal wo ich bin.

Wie hat sich Ihre Arbeit über die Zeit verändert?

Ich habe früher viel gezweifelt, mir weniger zugetraut. Das konnte ich in den letzten Monaten etwas ablegen und dadurch wird auch meine Arbeit besser. Manche Prozesse können nun schneller ablaufen, weil ich mehr mache und aus dem Bauchgefühl heraus agiere, anstatt mich über Stunden hinweg mit meinen Zweifeln zu befassen.

Seitdem ich vornehmlich Bücher schreibe, sind jedoch andere Teile meiner Arbeit in den Hintergrund gerückt, beispielsweise mein Blog.

Was ist ein Problem, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich sehe für meinen Geschmack noch viel zu oft, dass Cover und die generelle visuelle Darstellung eines Buches vom Geschlecht der Autorin/des Autors abhängig gemacht wird. Heißt konkret: Ich wünsche mir, dass das Buchcover einer Autorin nur dann pink, ist, wenn sie sich damit identifizieren kann, wenn es einen nachvollziehbaren Grund dafür gibt und nicht, weil es „schon immer so gemacht wurde“ oder man sich schlichtweg nicht traut, alte Muster aufzubrechen. Das macht mich müde, weil die Lösung doch so nahe liegt: den Inhalt interpretieren – unabhängig vom Geschlecht.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Alle Plattformen und Magazine, die Interesse daran haben, Frauen im Literaturbetrieb zu stärken.

Wo finden wir Sie im Internet?

Bildquelle: (c) MAX+ONE

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