Tom Oberbichler: Ich bin Autor und Vorsitzender des Selfpublisher-Verbands

Die folgenden Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die „was mit Büchern“ bzw. Publishing machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern oder im Bereich Publishing?

Tom Oberbichler

Ich lebe die digitale Revolution im Buchmarkt. Als Autor, indem ich selbst Sachbücher über Persönlichkeitsentwicklung und alles, was das Selfpublishing von Büchern betrifft, schreibe. Als Buchmentor, indem ich andere Autor*innen dabei unterstütze, ihre Bücher zu schreiben und vermarkten. Als 1. Vorsitzender des Selfpublisher-Verbands, indem ich mich für die Interessen aller unabhängigen Autor*innen einsetze.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ha, sehr unterschiedlich! Fix sind bei mir Dienstag und Donnerstag als »Kommunikationstage«. Da spreche ich sehr viel – mit Kund*innen, Interview- und Kooperations-Partner*innen, …

Ich bin in der Früh am produktivsten, da lege ich meine kreativen Tätigkeiten gern hin. Nach 19 Uhr arbeite ich nur in Ausnahmefällen.

Sonst richte ich mich stark nach dem Wetter. Je schöner es ist, desto mehr Zeit verbringe ich an der frischen Luft.

Wie verändert sich Ihre Arbeit durch die fortschreitende Digitalisierung?

Vollständig. Ohne es zu planen, ist mir ein Online-Business »passiert«. Ich arbeite zu 100 Prozent online und bin so ortsunabhängig geworden (so denn die Internetverbindung mitspielt 😊). Statt vor Ort Seminare und Workshops anzubieten, erstelle und vermarkte ich jetzt digitale Produkte und arbeite via Videokonferenzen mit meinen Einzelkund*innen.

Welche Erfolge konnten Sie in letzter Zeit feiern?

Ich habe die Corona-Krise genutzt, um mir einen langersehnten Zweitwohnsitz außerhalb von Wien zu gönnen. Flexibel auf äußere Veränderungen zu reagieren, ist für mich eines der größten Geschenke.

Wo hakt es? Was ist eine Herausforderung, für die Sie eine Lösung suchen?

Ich habe bislang hauptsächlich im Sachbuchbereich gearbeitet. Ich suche nach Verbindungen zur Romanwelt. Ich weiß, dass beide Seiten viel voneinander lernen können – habe aber noch keinen praktikablen Weg gefunden, diese Connection ins Fließen zu bekommen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Ich mag offene Menschen, die bereit sind, die Herausforderungen in der sich rasant entwickelnden (Buch)Welt anzunehmen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln. Ich bin offen für ambitionierte Experimente, die gerne auch Grenzen überschreiten dürfen.

Ich hasse alle Elfenbeinturm-Konzepte und liebe Menschen mit einem ganzheitlichen Blick auf unsere Welt.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Schaltzentrale ist www.mission-bestseller.com dort finden Sie auch meinen Blog und Podcast. In der Social-Media-Landschaft fühle ich mich auf Facebook, Instagram und Twitter am wohlsten.

Wen sollten wir auch mal fragen? Wer macht Zukunftsweisendes im Publishing?

Sandra Uschtrin habe ich noch nicht bei Ihnen gesehen. Sie fehlt definitiv. Nicht nur mit ihrem Buchshop-Projekt »Autorenwelt« und den Zeitschriften »Federwelt« und »der selfpublisher«, die sie herausgibt, bewegt sie viel in der Buchwelt – und das im positiven Sinne.

Die Abschlussfrage darf natürlich nicht fehlen: Welches Buch hat Sie zuletzt beeindruckt?

»The Wych Elm« von Tana French. Endlich wieder einmal ein richtig guter Krimi! Ein mitreißender Plot UND interessante, sich bewegende Persönlichkeiten und Beziehungen. (Auf deutsch: »Der dunkle Garten«, S. Fischer Verlage)

 

Foto (c) privat


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