Thomas Peters: 2013 gründete ich den Morisken Verlag

Die folgenden Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die »was mit Büchern« bzw. Publishing machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern oder im Bereich Publishing?

Thomas Peters

Thomas Peters: 2013 gründete ich den Morisken VerlagMein Name ist Thomas Peters und meine Prägung durch Fortuna Düsseldorf bewog mich dazu, auch beruflich etwas zu tun, was ich liebe und von dem ich nicht loskomme, obwohl es regelmäßig Enttäuschungen für mich bereithält. Abgehärtet gründete ich daher 2013 den Morisken Verlag, in welchem ich sowohl Kinderbücher, als auch witzige Romane, skurrile Krimikomödien und Subkulturelles verlege.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Gebet und Kräutertee, um dankbar und positiv in den Arbeitstag zu starten, E-Mails löschen/lesen/löschen/lesen (dann aber doch löschen), Lektorat, Social Media, zwischendurch Punkrock zur Entspannung, Telefonate und zum Feierabend gerne eine Runde mit dem Rennrad.

Wie verändert sich Ihre Arbeit durch die fortschreitende Digitalisierung?

Einige Bereiche sind wunderbar übersichtlich geworden, so wie die Verkaufsanalysen meines E-Book-Distributors Bookwire, das KNV Vendor Dashboard oder das online verwaltbare Kassensystem SumUp des Pop-up-Stores unserer Verlagskooperative Münchner Buchmacher – den sieben Indie-Verlagen austernbank verlag, edition tingeltangel, Franz Schiermeier Verlag, Hirschkäfer Verlag, Morisken Verlag, Schillo Verlag und Susanna Rieder Verlag.

Welche Erfolge konnten Sie in letzter Zeit feiern?

Die vierte Auflage von Malene Walters Bilderbuch »Fussel und der Mutausbruch« innerhalb eines halben Jahres nach Veröffentlichung sowie die Nominierung für den Sales Award zusammen mit meinen lieben Kolleginnen und Kollegen der Münchner Buchmacher.

Wo hakt es? Was ist eine Herausforderung, für die Sie eine Lösung suchen?

Wie wohl bei vielen inhabergeführten Kleinverlagen ist auch bei mir sowohl beim Vertrieb, als auch bei der Sichtbarkeit noch Luft nach oben. Die Szene sucht nach besseren Strategien und bestimmt tun sich in Zukunft weitere neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf wie das engagierte Projekt www.schoenebuecher.net von Jens Korch, dem Verleger der Edition Wannenbuch.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Das Lizenzgeschäft interessiert mich. Meine Kinderbücher werden international bereits von der mundt agency in Düsseldorf vertreten, doch für die Belletristik – besonders Filmrechte – suche ich noch motivierte Geschäftspartner.

Wo finden wir Sie im Internet?

Wen sollten wir auch mal fragen? Wer macht Zukunftsweisendes im Publishing?

Am besten Julia Loschelder von Komplett-Media, die großartige Arbeit leistet. Zusammen mit ihrer Co-Verlegerin Verena Schörner hat sie nicht nur den Verlag auf den Kopf gestellt und unter anderem den wichtigen Bereich weibliche Gesundheit, Sexualität und Emanzipation aufgebaut, sondern mit Bookberry PR jüngst auch noch eine Agentur speziell für kleine Verlage und Selfpublisher gegründet.

Die Abschlussfrage darf natürlich nicht fehlen: Welches Buch hat Sie zuletzt beeindruckt?

»Guck mal, wer lebt im Wald?« von den netten Kolleginnen vom Neunmalklug Verlag, weil es ein toll aufbereiteter Naturführer für Kleinkinder ist und wie alle ihre Bücher Cradle-to-Cradle-zertifiziert ist. Es ist wieder einmal ein Indie-Verlag, der hier neue Maßstäbe setzt. Also: Support your local inhabergeführten Kleinverlag!

 

Foto (c) Heribert Riesenhuber


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