Joachim Sohn: Plötzlich war ich wieder da, wo ich angefangen hatte – beim Bebildern meiner Geschichten

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Joachim Sohn: Plötzlich war ich wieder da, wo ich angefangen hatte - beim Bebildern meiner Geschichten Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Joachim Sohn, ich komme aus Wiesbaden, habe in Berlin studiert, arbeite in Düsseldorf als Animation-Director in einer Online-Werbeagentur und wohne mitten in Pott, in Oberhausen. Ja genau da, wo im Centro das Reetdach des Irish Pub an Silvester abgefackelt ist.

Bevor ich mit dem Bücherlesen angefangen habe, habe ich schon Geschichten gezeichnet. Inspiriert von fantastischen Cartoon-Serien wie Fred Basset und Charlie Brown, stapelweise. Diese Phase hielt bis in meine Jugend an, wurde dann aber abgelöst von Dingen, die weder mit Büchern noch mit Geschichten noch mit Zeichnungen zu tun hatten. Als es dann ruhiger um mich wurde, habe ich eine Menge Bücher gelesen. Irgendwann besann ich mich wieder meiner Kindheit und beschloss, selbst ein Buch zu schreiben. Daraus ist ein Hörbuch geworden und eine eBook-Serie. Derzeit arbeite ich an meinem zweiten Roman. Das kann wegen mir auch wieder ein Hörbuch, eine eBook-Serie, gern aber auch ein gedrucktes Buch werden, falls das jemanden hier interessiert.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Nun, mein Arbeitstag ist hauptsächlich von meiner Arbeit geprägt, bis auf den Urlaub, wobei sich der auch auf meine Arbeit bezieht. Was das Schreiben angeht, spreche ich derzeit noch von einem Hobby. Meine Arbeit in der Agentur zeichnet sich durch die Annahme, die Bearbeitung und die Abgabe von Aufträgen aus. In meiner Funktion als Animation-Director, passe ich dabei darauf auf, dass die Werbebotschaft möglichst bewegend und bewegt ist.

Mein Hobbytag hingegen beginnt vor der Arbeit, im Zug und endet nach der Arbeit, im Zug. Als ich 2008 angefangen habe zu schreiben, habe ich mir ein damals modernes Smartphone mit Windows 6.1 zugelegt und habe das Buch während des Pendelns innerhalb eines Jahres in mein mobiles Word getippt, am Wochenende auf meinen Rechner übertragen und weiter ausgearbeitet. Im Urlaub, während andere am Strand lagen, habe ich die Geschichte dann zur Hörbuchreife gebracht.

Ich hatte Microsoft eine Mail geschrieben und nach einem Sponsorenvertrag gefragt. Ich hätte ja kein Problem damit gehabt, auf der ersten Seite des Buches deren Logo zu platzieren mit dem Zusatz: „erstes Buch vollkommen mit Word Mobile geschrieben“ und dafür meinetwegen eine Million Euro zu kassieren. Aber daraus wurde leider nichts.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Ich habe mir letztes Jahr ein 7-Zoll Tablett besorgt, ausgestattet mit Android 2.1. Das hat das Schreiben während der Zugfahrt wesentlich erleichtert. Ein Quantensprung für die Treffsicherheit meiner Finger. Mittlerweile arbeitete ich an der Korrektur der eBook-Version meines ersten Romans und auch der Zweite war schon in erster Fassung eingegeben. Zusätzlich habe ich aber auch jedes Kapitel ganz klassisch ausgedruckt, meine Lesebrille aufgesetzt und lehrmeisterlich Korrektur gelesen. Mit vielen kritischen Strichen, Markierungen und Ergänzungen. Die Pendlerfahrt wurde somit zunehmend professioneller.

Und dann kam zum Schreiben noch etwas Wesentliches hinzu. Auf Wunsch meiner Lektorin fertigte ich für die eBook-Serie pro Episode 5-6 Illustrationen an. Das hat meinen Hobbytag auch auf die Abendstunden ausgeweitet. Zudem wurde das Arbeitsmaterial auf Bleistift, Papier, Pinsel und Aquarellfarbe ausgeweitet. Und plötzlich war ich wieder da, wo ich angefangen hatte. Beim Bebildern meiner Geschichten. Grandios!

Die Zeichnungen wurden eingescannt und digital ausgearbeitet. Wenn man die Figuren, die man sich ausgedacht hat dann zunehmend auf dem Bildschirm erscheinen sieht und sie ein Gesicht bekommen, dann fängt man an, dran zu glauben.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Die Werbung. Also man könnte ja jetzt meinen, he Moment mal, der Typ arbeitet doch in der Werbung, wieso hat er jetzt ein Problem damit? Na genau das ist ja das Problem: man bekommt jeden Tag vorgeführt, wie schwierig, aufwändig und vor allem teuer gute Werbung ist. Wenn es der Verlag nicht übernimmt und die Medien nicht zufällig über einen stolpern, dann bleibt man eine graue Maus, auch wenn man ein literarisches Meisterwerk verfasst hat. Okay, ist jetzt vielleicht nicht unbedingt so, aber so ist das nun mal mit den eigenen Kindern… Und dann schaut keiner hin oder niemand hört zu. Also muss man das selbst in die Hand nehmen.

Über den viralen Effekt! Oder hier.

Und dann denken die Leute, was ist das denn für ein komischer Vogel und sie schauen und sehen und sagen: ach guck, ein Buch hat er auch geschrieben. Das schau ich mir doch mal genauer an.

Problem! Ein viraler Effekt entsteht nur dann, wenn es einen viralen Effekt hat. Ansonsten bleibt es so grau wie die Maus von vorhin. Es sei denn, man postet es hier, dann wird das vielleicht noch was mit dem Virenschleuderpreis!

Wo finden wir Sie im Internet?

Wenn man sich die Mühe macht, sich hier mal ein wenig durchzuklicken: http://www.walkingmills.de
dann findet man das hier: http://walkingmills.blogspot.de
und das hier: http://www.catonawheel.blogspot.de
und das hier: http://www.facebook.com/JoachimSohn
das: http://www.facebook.com/KeldrisundKandia
das: http://www.facebook.com/SunnieundPolli
und das hier auch noch: http://www.youtube.com/user/walkingMills
und noch vieles mehr!
z. B. das: http://www.amazon.de/Joachim-Sohn/e/B004C62YW0/ref=ntt_athr_dp_pel_1

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Joachim Sohn


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