Mario Giordano: Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit neuen interaktiven Erzählformen

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Mario Giordano. Ich schreibe Romane, Drehbücher und Kinder- und Jugendbücher, bin Gastdozent an der Filmakademie in Ludwigsburg und war über drei Jahre lang Mentor an der Akademie für Kindermedien in Erfurt. Seit kurzem entwickle ich außerdem interaktive Unterhaltungsformate für den Bastei Lübbe Verlag.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ab halb acht eine Stunde Sport, ab neun Uhr sitze ich am Schreibtisch, checke Mails, lese Nachrichten, und fange dann an. Mittags kurz was essen, gegen 20 Uhr ist Schluss. Einen typischen Tagesablauf gibt es ansonsten kaum. Bei der Arbeit an einem Roman ist der Tag sehr strukturiert, das Tagessoll sind 1000 Wörter. Dazwischen immer wieder Recherchen, Mails und organisatorischer Kram.

Bei der Arbeit an Drehbüchern vergeht viel Zeit im Vorfeld des eigentlichen Drehbuchs mit der Arbeit am Exposé oder Treatment. Dazu kommen regelmäßige Besprechungen mit Sendern, Produktionsfirmen und Verlagen, Seminare und Recherchereisen. Hin und wieder auch noch mal eine kleine Lesereise.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Die gute Nachricht: Es ist mehr geworden. Die schlechte Nachricht: Die Arbeit fürs Fernsehen macht immer weniger Spaß, was mit den internen Strukturen in den Sendern zusammenhängt. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit neuen interaktiven Erzählformen. Ich sehe da große zusätzliche Chancen für Autoren. Inhaltlich und wirtschaftlich, im Genre wie in der Literatur. Ein Bereich so neu, dass man ihn noch mitgestalten und Dinge ausprobieren kann. Da versuche ich, im Rahmen meiner Möglichkeiten, irgendwie mit dabei zu sein.

Durch soziale Netzwerke ist ein engerer Kontakt und zu den Lesern und Zuschauern entstanden, den ich ungeheuer spannend finde. Nicht nur im Hinblick auf Werbung, sondern auch für interaktive Experimente.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Zeit. Zeit. Zeit. Der Tag ist viel zu kurz, und mir fällt es immer noch nicht leicht, zwischen verschiedenen Projekten und Medien nach Belieben hin und her zu schalten. Immer ist man zu spät dran, immer ist irgendein Abgabetermin kaum oder schon nicht mehr zu halten.

In letzter Zeit treibt mich das Thema Urheberrecht um, denn die verschiedene Vorstöße zur Abschaffung oder Schwächung des Urheberrechts empfinde ich als existenziellen Angriff auf Künstler, Kulturschaffende und Verlage. Da versuche ich, die verschiedenen Positionen zu verstehen, zu argumentieren, aufzuklären und mich zu wehren.

Und natürlich: wo die ewig sprudelnde Quelle der Inspiration liegt. Hinweise werden diskret behandelt.

Wo finden wir Sie im Internet?

Unter: www.mariogiordano.de
und auf www.facebook.com/mariogiordano.de
Außerdem aktiv auf FB-Seiten zu meinen Büchern:
www.facebook.com/apocalypsis.de
www.facebook.com/1000Gefuehle

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Mario Giordano

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