Julia Weisenberger: Ich arbeite als Pressefachverkäuferin am Flughafen München und betreibe ein Rezensions-Blog

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Julia Weisenberger und arbeite als Pressefachverkäuferin am Flughafen München, wo ich meine Kunden in Buchfragen berate. Zusätzlich betreibe ich mit der Homepage “Lazy Literature” ein Blog, in dem ich jeden Tag eine Rezension von Romanen, Sachbüchern, Comics, Graphic Novels oder Manga (japanischen Comics) veröffentliche, Mittwochs immer ein Interview mit einem Autor/Verleger/Zeichner und zu dem ich Samstags einen Newsletter verschicke. Pro Monat finden normalerweise auch zwei Gewinnspiele statt. Weiterhin lektoriere ich und schreibe selbst an Romanen, die allerdings noch in den Startlöchern stehen. Zu den Themen Graphic Novels, Manga und Comic halte ich auch Vorträge.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Da ich im Schichtdienst am Flughafen arbeite, kommt es drauf an, ob ich Früh- oder Spätschicht habe. Normalerweise arbeite ich jeweils nach meinen Arbeitstagen noch einige Stunden an der Homepage bzw. an meinen diversen Projekten. In der Pause meiner Arbeit lese ich meist bereits an den nächsten Rezensionsexemplaren, damit mir der Stoff nicht ausgeht. Zusätzliche Tätigkeiten, wie E-Mails erledigen, neue Exemplare anfragen oder Beleglinks schicken, erledige ich nebenbei.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

“Lazy Literature” existiert seit Januar 2012 und hat inzwischen die 21.000er Marke an Besuchern pro Monat (Stand: August 2012) geknackt. Davor habe ich für andere Rezensionen verfasst oder Artikel übersetzt. Durch die Arbeit an meiner eigenen Homepage bin ich freier in meiner Zeiteinteilung und kann mich auf all das konzentrieren, was mir Spaß macht.

Sehr wichtig an der Arbeit am eigenen Projekt ist, “Lazy Literature” bekannter zu machen und zugleich auf den eigenen guten Ruf zu achten. Damit steht und fällt die Zusammenarbeit mit Verlagen und Autoren, denn wenn man als unzuverlässig gilt, erhält man auch keine Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu kommen. Momentan arbeitet “Lazy Literature”, bzw. ich als Einzelperson, mit 39 Verlagen zusammen.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Die Suche nach Interviewpartnern. Nach dem Besuch einer Messe gestaltet sich das eher einfach – das Verschicken der Fragen nimmt dann die meiste Zeit in Anspruch. Aber ich frage mich nach wie vor, was mich geritten hat, jede Woche ein Interview zu machen – 52 Interviews im Jahr sind doch ein ganz schöner Brocken. Sehr viele davon müssen noch übersetzt werden, denn ich interviewe auch viele englischsprachige Autoren, von denen ich schließlich beide Versionen – deutsch und englisch – ins Netz stelle.

Mein Hauptproblem? Dem Tag jede freie Sekunde abpressen. 🙂 Aber das klappt derzeit wirklich hervorragend, von daher freue ich mich auf jeden Tag.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die Adresse von “Lazy Literature” ist http://www.lazyliterature.de
Zugleich existiert eine Facebook-Fanseite: http://www.facebook.com/LazyLiterature/
Und eine Twitter-Seite: http://twitter.com/LazyLiterature

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Julia Weisenberger

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