Jennifer Six und Cindy Ruch: Wir sind beste Freundinnen, die das Literaturmagazin [Lautschrift] herausgeben

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Jennifer Six und Cindy Ruch: Wir sind beste Freundinnen, die das Literaturmagazin [Lautschrift] herausgeben

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Wir waren bis letztes Jahr Literaturstudentinnen an der Universität Tübingen, Jennifer Six hat noch einen Master in Film Theory and History in Dublin drangehängt, Cindy Ruch beim Magazin 4-Seasons angefangen – aber vor allem sind wir beste Freundinnen, die seit zwei Jahren das Literaturmagazin [Lautschrift] herausgeben. Ein Magazin für (deutsche und englische) Prosa, Lyrik, Theaterstücke, Essays, Fotos, Zeichnungen und Ideen, die aus den Universitäten sprudeln.

Manchmal wird das Magazin als Buch bezeichnet – wohl wegen dem quadratischen Format und dem geraden beigen Magazinrücken. Unser Ziel: Talente an den Universitäten zu fördern und zu entdecken. Wir geben den Studierenden in Baden-Württemberg und Bayern mit [Lautschrift] die nötige Plattform, damit ihre Werke in die Welt hinausgetragen werden!

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Jeder Tag ist anders – und [Lautschrift] schwirrt immer mit herum. Da es unser Herzensprojekt ist, können wir [Lautschrift] nie abschalten, und so kommen Ideen meist zu allen möglichen Zeiten. Mittlerweile hat sich ein typisches Arbeitsjahr eingependelt. Erst sammeln wir Einsendungen an allen Universitäten: entwerfen Flyer, schreiben Rundmails, kontaktieren die Professoren an den Universitäten, suchen die Jury, die die besten Texte auswählen wird. Dann nimmt das Magazin langsam Gestalt an: Layout, Druck und irgendwann liegt es dann gebündelt in Zehnerpacks vor uns. Eindeutig der spannendste Moment! Ab da bringen wir es in Buchläden, Kiosks und auf kleinen Kunst- und Kulturfestivals unter. Schließlich möchten wir unser Versprechen halten und die studentischen Texte und Künste so weit und groß wie möglich verbreiten. Das ganze Jahr über halten wir außerdem Facebook und Webseite aktuell und knüpfen Kontakte mit spannenden Menschen aus der Literaturszene.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Wir haben wahnsinnig viel dazu gelernt. Am Anfang war uns nicht richtig bewusst, wie groß so ein Literaturmagazin sein kann – und wie viel Arbeit dahinter steckt. Es war nur eine Idee und ein Traum, der bereits nach ein paar Monaten den Großteil unserer Zeit eingenommen hat. [Lautschrift] und Freundschaft floss ineinander, immer mal wieder haben wir uns aber absichtlich auch nur für „private“ Kaffeeklatschs getroffen. Das ist so geblieben. Mittlerweile sind wir routinierter geworden – anfangs mussten wir alles noch von Grund auf lernen wie InDesign, Photoshop, Vertriebsstruktur, Businessplan, Universitätskooperationen. Wir lernen immer noch so viel jeden Tag und wissen nun, dass wir Ideen tatsächlich umsetzen können. Hirngespinste gibt es nicht mehr, seit dem die erste [Lautschrift]-Ausgabe im Frühjahr 2011 tatsächlich erschien. Zu zweit sind wir auch nicht mehr – wir werden tatkräftig unterstützt von unseren drei Stellvertretern Samuel (Heidelberg), Verena (Augsburg) und Janina (Karlsruhe).

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Die Finanzierung. Wir haben wochenlang herumtelefoniert, sind von bayerischen zu baden-württembergischen Akzenten gesprungen, und überall dasselbe: finanziert werden lieber Sportevents. Ein großes Problem in Deutschland. Australien und Irland, wo wir unsere Auslandssemester verbrachten und die [Lautschrift]-Idee entstand, scheinen einen viel größeren Kulturfond zu haben. Uns ist es wichtig, nicht nur die Literaturen des Studiums zu wiederholen sondern auch mitzuhelfen, eine neue Gegenwartsliteratur zu kreieren und zu präsentieren. Deswegen haben wir die erste Ausgabe selbst finanziert und die Kosten für den Druck von [Lautschrift] #2 über Crowdfunding gesammelt. Im Magazin bieten wir Anzeigenplätze und sind offen für jegliche Kooperationen – meldet euch bei uns und helft der Literatur mit.

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf unserer Webseite www.lautschriftmagazin.de präsentieren wir seit dem Erscheinen der zweiten [Lautschrift]-Ausgabe, die unter dem Thema Aufbruch steht, jeden Montag ein Künstlerportrait. Veröffentlichte Autoren, Fotografen und Künstler beantworten Fragen zu ihrer Arbeit und Arbeitsweise in einem Interview. Außerdem kann man die ersten zwei [Lautschrift]-Ausgaben bestellen, durch unseren Presseordner (u.a. Rezension in der FAZ) stöbern und mehr über die [Lautschrift]-Redaktion lesen. Immer up to date auch auf unserer Facebook-Page: www.facebook.com/lautschriftmagazin. Wir freuen uns, von euch zu hören!

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Boris Loder


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