Dr. Karl-Ludwig von Wendt: Es kann mir keiner erzählen, er würde gern ein Buch schreiben, hätte aber keine Zeit dafür

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Dr. Karl-Ludwig von Wendt. Ich schreibe unter dem Pseudonym Karl Olsberg Thriller, Sach- und Jugendbücher. Im Januar 2012 habe ich die Firma briends gegründet, die Verlagen bei der Bewältigung des Digitalisierungs-Tsunami helfen will. Unter anderem haben wir eine Plattform für Social Writing entwickelt, auf der wir Ende März 2012 unser erstes Projekt starten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Da ich sehr unterschiedliche Aufgaben wahrnehme – als Unternehmensberater, Start-up-Gründer, Lead Autor eines Social-Writing-Projekts und “ganz normaler” Buchautor – sehen keine zwei Arbeitstage bei mir gleich aus. Sie fangen aber alle um 5.00 Uhr morgens an. Nach ausgiebigem Duschen und starkem Kaffee gönne ich mir dann vor dem Frühstück eine Stunde Schreibzeit, komme, was da wolle. Diese eine Stunde am Tag hat in den letzten Jahren gereicht, um neben einem Fulltime-Job als Berater durchschnittlich 2 Bücher pro Jahr zu veröffentlichen. Es kann mir also keiner erzählen, er würde ja gern ein Buch schreiben, hätte aber keine Zeit dafür.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Durch die Gründung der briends gmbh im Januar hat sich alles verändert. Zuvor war ich festangestellter Unternehmensberater, hatte ein geregeltes Einkommen und einen zwar durchaus spannenden, aber oft auch unkreativen Job. Das ist jetzt alles genau andersherum und es macht einen Höllenspaß. Ich glaube, das ist fast symbolisch für die ganze Buchbranche: Man muss die eingetretenen, vermeintlich sicheren Pfade der Vergangenheit verlassen und sich ins Abenteuer stürzen. Sonst wird man bald feststellen, dass die eingetretenen Pfade doch nicht so sicher sind und im Sande verlaufen.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein Knackpunkt meiner Arbeit als Berater ist, dass es sehr viel schwieriger ist, Organisationen zu verändern als Märkte. Das klingt paradox, aber es ist der Grund dafür, dass die meisten großen Marktumwälzungen von Start-ups oder Außenseitern kommen. Apple hat der Musikindustrie gezeigt, wie ihr Geschäft in der neuen Welt funktioniert, Amazon übernimmt diese Rolle im Buchmarkt. Es gibt Lösungsansätze für dieses Problem, aber leider keine Patentlösung.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.briends.de, http://karlolsberg.twoday.net, http://twitter.com/karlolsberg.

Bildquelle: Dr. Karl-Ludwig von Wendt

—————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Über IMWMB

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.