Britta Sabbag: Ich betrachte das Schreiben wie einen ganz normalen Beruf, den ich von 9-16 Uhr mache

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Britta Sabbag, ich bin 33 Jahre alt und wohne in Bonn. Nach einer unerwarteten Kündigung (ich war Personalreferentin) vor 3 Jahren stellte ich mir die Frage: Warum bist du nicht traurig darüber, dass dir das passiert ist?

Und die Antwort zog eine weitere Frage nach sich: Was wolltest du schon immer tun? Auch diese Antwort war leicht: schreiben. Der Entschluss, ein Buch zu schreiben, war nicht schwer, es zur Veröffentlichung zu bringen hingegen eher. Sich in der Flut der unverlangt eingesandten Manuskripte durchzusetzen, ist fast unmöglich. Aber wie hat Goethe schon so schön gesagt: „In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung (…) Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt und sorgt für Zufälle, Begegnungen, Hilfen.“ Ganz genau so war es bei mir. Irgendwann traf ich meine Agentin, und sie vermittelte mich an meinen Wunschverlag.

Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht schreibe, und zumindest keiner, an dem ich nichts mit Büchern zu tun habe. Mein Debüt „Pinguinwetter“, eine Liebeskomödie, ist vor kurzem im Bastei Lübbe Verlag erschienen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Im Idealfall so, dass ich mich morgens gegen neun Uhr mit einem Kaffee an den PC setze, „warmlaufe“, Mails checke, das Geschriebene vom Vortag lese, vielleicht noch die eine oder andere Änderung daran vornehme, regelmäßig Telefonate mit Agentin und Lektorin führe, und dann mit dem Schreiben beginne. Das mache ich dann bis ungefähr 16 oder 17 Uhr, mit einer kleinen Pause, manchmal, wenn ich im „Flow“ bin, auch ganz ohne.

In realitas wache ich morgens um zehn auf, stoße mir den Kopf, verbringe den Tag in der Notaufnahme, habe auf der Liege im Behandlungsraum wirklich witzige Ideen, vergesse sie alle schlagartig, sobald ich eine Spritze sehe, finde mein Auto in der Tiefgarage nicht, verfahre mich auf dem Weg nach Hause und falle abends todmüde ins Bett. So ungefähr sieht ein ordentlich durchgeplanter Schreibtag aus.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Anfangs schrieb ich ja „nur für mich“, weil die Geschichte einfach raus und erzählt werden wollte. Ich hatte damals keine Ahnung von Dramaturgie oder Spannungsbögen. Heute gehe ich die Arbeit an einem Text ganz anders an, fertige ein Exposé an und eine detaillierte Kapiteleinteilung, so dass ich dann später wie mit einem „Navi“ durch den Text komme. Auch hatte ich früher ja keine Abgabetermine, das ist heute anders. Aktuell schreibe ich am 3. Buch, das 4. ist in Arbeit. Da ich aber kein Auf-den-letzten-Drücker-Abgeber bin, sondern lieber Luft nach hinten habe, stressen diese Rahmenbedingungen mich nicht besonders. Natürlich ist es manchmal schwer, wenn man einen schlechten Tag hat, und es nicht „fließt“, zu schreiben. Aber wenn man auf den Kuss der Muse wartet, kommt man wahrscheinlich nie zum Ende. Ich betrachte es eben wie einen ganz normalen Beruf, den ich von 9-16 Uhr mache. Mit dem Unterschied, dass es für mich eher eine Berufung ist, als ein Beruf, und gleichzeitig die Liebe meines Lebens.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

  1. „Wo ist mein doc. Dokument? Gestern war es noch auf dem Desktop gespeichert! Huch, da ist ein Ordner. Uops. Der falsche. Ich hab´s doch nicht aus Versehen gelöscht? Alles?!!! Nein!!!!! Ah – da isses. Poeh!“
  2. „Muse: Entweder du tauchst augenblicklich auf, oder du brauchst dich gar nicht mehr sehen zu lassen. So einfach ist das mit uns beiden!“
  3. Kindernamen, die nicht schrecklich sind. Eine schier aussichtslose Recherchearbeit!

Wo finden wir Sie im Internet?

www.brittasabbag.de

oder bei Lübbe:

www.luebbe.de/Autoren/Details/Britta+Sabbag

oder auch bei Facebook:

www.facebook.com/britta.sabbag

Bildquelle: Britta Sabbag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.