Bernhard Blöchl: Ich sammle schöne Sätze und präsentiere sie in einem Museum

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Bernhard Blöchl und bin Sätzesammler aus München. Ich juble über überraschende Romananfänge und klangvolle Songzeilen. In Zeiten des 140-Zeichen-Gefrickels kommen mir kreative Formulierungen wie Perlen vor. Deshalb habe ich im Sommer 2011 das Museum der schönen Sätze eröffnet. Ein Blog, das einzelne Sätze groß herausbringt. Den Schwerpunkt bilden erste Sätze aus der Literatur, denn nichts ist spannender, wichtiger, folgenschwerer und schwieriger als die eröffnenden Wörter einer Geschichte. Ich wähle aus, ordne ein und stelle die Exponate auf den Prüfstand – getreu dem Motto: „Zur Sache, Sätzchen!“.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Da man schöne Sätze nicht essen kann, es sei denn, sie glänzen als Marzipanschrift auf einer Walnusstorte, muss ich anderweitig Geld verdienen, um satt zu werden. Hauptberuflich bin ich Journalist, in meiner Freizeit blogge ich und versuche mich an Romanen. Als Autor und Redakteur der Süddeutschen Zeitung besteht mein Arbeitstag vor allem im Verfassen und Redigieren von Kulturtexten. Auf der Jagd nach schönen Sätzen bin ich überall und zu jeder Zeit.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Der Austausch mit Lesern ist einfacher geworden. Auf der zugehörigen Facebook-Seiten können neue Lieblingssätze direkt bewertet oder weiterverbreitet werden. Auf diese Weise kann sich das virtuelle Museum zu einem lebendigem Forum entwickeln. Zu einem Ort der Inspiration für alle, die gerne lesen, schreiben und Sprache lieben.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Wie jeder Museumsleiter wünsche ich mir mehr Besucher für meine Sammlung. Wer eine gute Idee hat, wie man die Lieblingssätze bekannter machen könnte, wird nicht lange auf eine Antwort warten müssen, wenn er mich kontaktiert.

Wo finden wir Sie im Internet?

Das Museum der schönen Sätze hat sieben Tage die Woche, 24 Stunden pro Tag geöffnet unter: www.lieblingssaetze.de. Der Eintritt ist selbstverständlich frei. Via Facebook kann man sich am Austausch beteiligen oder selbst gelungene Sätze posten: www.facebook.com/lieblingssaetze

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Bernhard Blöchl

4 comments

  1. Nessa says:

    Oh ja, Dauerkarte ist gut! Ich fülle auch gleich den Antrag dafür aus!
    Nessa Altura vom Autorenexpress

    PS ich hatte vor Jahren (wie vielen? wer weiß das noch?) auch einmal einen Schöne-Sätze-Wettbewerb auf meinem autorenexpress Blog. Mit einem am Ende erlosten Gewinner…hat Spaß gemacht!

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