Ulrike Linnenbrink: Mein Schwerpunkt liegt weniger beim Schreiben als auf der Gestaltung von Buchcovern

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Ulrike Linnenbrink: Mein Schwerpunkt liegt weniger beim Schreiben als auf der Gestaltung von Buchcovern

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Ulrike Linnenbrink. Früher habe ich selbst Bücher geschrieben (Lübbe, Votum/Beltz), habe vor kurzem auch noch einen neuen Roman veröffentlicht (“Herbstliebe”, IL-Verlag, Basel 2010), mittlerweile liegt mein Schwerpunkt jedoch weniger beim Schreiben als auf der Gestaltung von Buchcovern. Das Herumspielen mit grafischen Elementen fasziniert mich absolut, die Erfolge sind auch eher sichtbar als beim Schreiben – z.B. an einem umfangreichen Roman.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wirklich Typisches gibt es bei mir nicht. Nicht jeder Tag ist gleich. Das liegt immer daran, was und wie viel ich an noch unerledigten Arbeiten vor mir habe. In jedem Fall jedoch schaue ich in mein Email-Postfach und sehe nach, ob es Rückmeldungen zu meinen Layout-Vorschlägen gibt, ob sich evtl. ein neuer Cover-Kunde gemeldet hat, ob es Genehmigungen zur Verwendung von Bildern gibt, ob Rechnungen bezahlt wurden, etc. Dann sehe ich mir die Cover an, die gerade in Arbeit sind und denke darüber nach, was man daran evtl. noch besser machen könnte, ergänze, korrigiere und warte auf Daten, die mir vom Kunden u.U. noch fehlen (Klappentext, ISBN usw.).

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Bis darauf, dass ich mit den Jahren bei meiner Arbeit immer routinierter geworden bin, eigentlich nichts. Nach wie vor läuft in meinem Kopf umgehend so etwas wie ein Film mit Bild-Assoziationen und Farben ab, sobald ich nach einer Cover-Anfrage ein wenig über den Inhalt des Buchprojektes erfahren habe. Wie immer mache ich mich dann auf Bildersuche, arbeite mit dem Autor, der das Cover zur Selbstveröffentlichung braucht, oder mit den Verlagen, für die ich etwas zu machen habe, eng und sehr persönlich zusammen, versuche, auf alles so direkt wie möglich zu reagieren, Wünsche zu erfüllen oder von eigenen Ideen zu überzeugen. Meist habe ich damit Erfolg, manchmal jedoch “gewinnt” auch der Kunde, der von seinen festen Vorstellungen absolut nicht abweichen will. Das schmerzt mich zwar manchmal, macht aber nichts, denn er ist bei mir König.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Als Problem würde ich es eigentlich nicht bezeichnen, aber es ist natürlich zunächst immer schwierig, für ein bestimmtes Buch das richtige/passende Bild und Gesamt-Layout zu finden – sofern ein Auftraggeber die passenden Bilder nicht gleich mit liefert (so dass es auch keine Lizenzprobleme gibt). Da ich meine Arbeit jedoch sehr, sehr gern mache, spiele ich da im Grunde auch gern ein Weilchen herum, bis es in meinem Kopf “klick” macht und ich mir sagen kann: Ja, DAS ist es!

Ein Problem wäre es für mich, wenn keine Aufträge mehr herein kämen und ich diese wunderbare Arbeit nicht mehr machen könnte. Ich vermute, ich müsste mich dann auf mein Kunststudium (im Rahmen meines Lehramtsstudiums) zurück besinnen und meine Staffelei wieder in Betrieb nehmen. Davor möge man mich jedoch bewahren, denn mit dem PC zu gestalten, macht mir sehr viel mehr Spaß. Benötige dafür auch nicht immer wieder neue, teure Leinwände und Farben – nur hochwertige Programme, aber die habe ich ja schon.

Wo finden wir Sie im Internet?

Es gibt einen “Wegweiser” zu all meinen WebSites im Netz – zu meinen Blogs, meinen Bücher-Seiten, meinen sonstigen Literatur-Sites und Themen, die für mich außerdem noch interessant sind. Unter www.ulrike-linnenbrink.de findet man alles, was ich seit 1999 ins Netz gestellt habe. Herauszuheben sei vielleicht: www.literatur-fast-pur.de (mit vielen Rezensionen) und www.wege-zum-buch.de, außerdem die WebSite zu meinem neuesten Roman www.herbstliebe.ulinne.de. Ah ja, und dann natürlich meine WebSite, über die man (unter “Referenzen”) viele meiner bisher gestalteten Buch-Cover finden kann: www.design.ulinne.de

Bildquelle: Ulrike Linnenbrink
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