Sven-André Dreyer: Autor und Veranstalter der Düsseldorfer Lesereihe “Lesen in der Klause”

Sven-André Dreyer
Sven-André Dreyer

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Sven-André Dreyer, ich wurde 1973 in Düsseldorf geboren, studierte dort Germanistik und hin und wieder schreibe ich sie, die Bücher. Manchmal schreibe ich auch über Bücher. Dann als Rezensent.

Monatlich veranstalte ich zudem eine Lesereihe mit dem Titel „Lesen in der Klause“ in Düsseldorf, zu der ich wechselnde Gastautoren mit ihren aktuellen Büchern einlade. Dort können die Autoren in einer angenehmen Atmosphäre dem interessierten Publikum ihre Werke vorstellen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich arbeite als Redakteur in einer Teilzeitstelle für eine Agentur und verdiene so ein monatliches Gehalt, denn vom Schreiben freier Literatur (und dann auch noch Lyrik!) kann man beim besten Willen nicht leben. Im Gegenteil: Das Organisieren von Lesungen und einer Lesereihe kostet nicht nur viel Zeit und Mühe, sondern auch Geld – somit bleibt unterm Strich nie etwas übrig und ich lege immer drauf. Aber das tue ich gern, ich bezeichne die Organisation der Lesereihe als mein Hobby… andere bauen Modellschiffchen.

Wenn ich meinen geregelten Arbeitsalltag nachmittags beendet habe, beginne ich, wenn ich Ideen habe, mit dem freien Schreiben. Manchmal sind es nur fünf Minuten am Tag, manchmal schreibe ich bis tief in die Nacht.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Meine Schreibarbeit hat sich in den vergangenen Jahren kaum geändert. Ich schreibe, wenn mir etwas einfällt. Und erst beim Schreiben entwickelt sich die literarische Form. Meistens fällt mir etwas beim Radfahren ein und ich versuche die Idee bis zu meiner Rückkehr nach Hause zu konservieren. Erhalte ich Schreibaufträge, so existiert meistens eine zeitliche Vorgabe, ich muss dann einen Abgabetermin einhalten. Anfangs fühlte ich mich von einem Abgabetermin gedrängt, heute empfinde ich es sogar positiv einen Termin einhalten zu müssen – somit muss man die Gedanken zusammenhalten und sich ausschließlich auf die Textarbeit konzentrieren.

Viel Zeit investiere ich für die Organisation meiner Lesereihe „Lesen in der Klause“. Ich besuche Lesungen anderer Autoren, um mir ein Bild der Autoren, der Art ihres Vortrags und der Qualität ihrer Texte machen zu können. Die Einladung und Terminkoordination, die Zusammenstellung der Gastautoren und die monatliche Pressearbeit nimmt wahnsinnig viel Zeit in Anspruch. Aber, wie gesagt, ich mache das gern und bin meiner Familie dankbar, die mir die Zeit gibt, die ich brauche.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein typisches „Problem“ bei meiner Arbeit ist die Divergenz der Menschen, mit denen ich arbeite. Diverse Wünsche, Bedürfnisse und Ansprüche von Autoren, Publikum und Mitveranstaltern unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer leicht. Zu unterschiedlich sind oft die Wünsche – und die Meinungen gehen nicht selten auseinander. Und manchmal sitze ich nur noch staunend da und denke mir, dass es eigentlich nicht sein kann, wie egozentrisch manche Menschen durch das Leben gehen. Dieses „Problem“ ist, da bin ich mir mittlerweile ganz sicher, nicht zu lösen und wird, so lang es Menschen gibt, existieren. Die meisten sind aber sehr nett, helfen mir sehr und geben positive Rückmeldung – das wiederum gibt mir Rückenwind und hilft mir weiterzumachen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Die Adresse meiner Seite lautet www.sven-andre-dreyer.de. Dort findet man Informationen über mich, meine Veröffentlichungen, die Lesereihe und vieles mehr zum Thema Literatur in und um Düsseldorf.

Bildquelle: Thomas Stelzmann | www.thomasstelzmann.de
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Diese fünf Fragen werden regelmäßig von interessanten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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