Linnja Auffenberg: Ich bin in einer Kreativagentur für digitale Kommunikation für die Betreuung der Verlage zuständig

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Linnja Auffenberg: Ich bin in einer Kreativagentur für digitale Kommunikation für die Betreuung der Verlage zuständig

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Linnja Auffenberg und ich arbeite bei PANORAMA3000, einer Kreativagentur für digitale Kommunikation in Berlin. Das Medium Buch hat mich schon im Kindergartenalter fasziniert. Damals habe ich die Texte meiner Bilderbücher auf der Schreibmaschine abgetippt und die einzelnen Seiten zu kleinen Heftchen zusammengetackert. Nachdem ich dann Lesen gelernt hatte, habe ich die Kinder- und Jugendabteilung der örtlichen Stadtbibliothek verschlungen. Anschließend habe ich Neuere Deutsche Literatur, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Theaterwissenschaft studiert.

In der Agentur bin ich für die Betreuung der Verlage zuständig. Als Social-Media- und Projektmanagerin denke ich mir zusammen mit meinen Kollegen neue Ideen für Online-Kampagnen aus, entwickele Social-Media-Strategien, kümmere mich aber auch um die Redaktion etlicher Facebook-Fanseiten und Twitter-Accounts. Nach einem Projekt mit dem Langenscheidt Verlag haben wir in den letzten Jahren einige Projekte mit dem Hanser Verlag umgesetzt.

Was mir besonders Spaß macht und allen in der Firma am Herzen liegt, ist eine inhaltliche Herangehensweise an Projekte. Gerade bei Social-Media geht es eben nicht nur darum dabei zu sein und irgendetwas zu machen. Gute Kampagnen müssen sich am Inhalt bzw. Charakter des Buchs/Produkts orientieren. Man muss sich klar machen, was der Kern der Sache ist und wer sich dadurch angesprochen fühlt. Wir lesen grundsätzlich alle Bücher, für die wir Kampagnen entwickeln komplett durch, ein Waschzettel reicht da meistens nicht aus. Dann setzen wir uns im Team zusammen und sprechen über unsere Eindrücke und Ideen. In der Kampagne zu Peter Hoegs Buch „Die Kinder der Elefantenhüter“ haben wir die Geschichte des Romans online weitererzählt. Der Handlungsort, eine fiktive dänische Insel, wurde von uns in Form einer Tourismusseite online abgebildet. Dort haben die Romanfiguren über ihre Heimat und Themen, die im Buch auftauchen, gebloggt. Die dort veröffentlichten Texte waren größtenteils Original-Auszüge aus dem Buch. Außerdem konnte man bei einem Gewinnspiel eine richtige Reise an den Ort des Geschehens gewinnen. Die Website ist nach wie vor online.

Die Kampagne zum Buch Twitteratur hat sich ebenfalls stark am Charakter des Buchs orientiert. Die Teilnehmer an der Aktion „Twitter dein Lieblingsbuch“ haben es den Autoren gleichgetan und Weltliteratur in kompakten Tweets erzählt und konnten so das Buch online weiterschreiben.

Wir erzählen gerne Geschichten weiter. Ich denke, es ist eine der wesentlichen Stärken von Büchern, dass sie, zumindest im Bereich Belletristik, bereits eine Handlung, eine Geschichte mitbringen, die man aufgreifen und online weitererzählen kann. Diese Herangehensweise bietet viele Möglichkeiten für den Leser, mit der Geschichte zu interagieren, selbst mitzuschreiben etc.

Zur Zeit läuft noch bis Ende des Jahres ein Schüler-Schreibwettbewerb zu Janne Tellers aktuellen Buch „Krieg“, den wir für den Hanser Verlag geplant und umgesetzt haben und gerade haben wir ein neues Projekt zusammen mit dem De Gruyter Verlag gestartet.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich komme morgens gegen 9:30 ins Büro, checke Mails und schaue einmal auf alle Facebook-Seiten und Websites, die ich betreue. Danach folgt meistens eine Mischung aus Meetings, Kundenterminen und der Arbeit an den laufenden Projekten. Meine Aufgaben gehen vom Erarbeiten neuer Konzepte über das Erstellen von Social-Media-Strategien bis hin zum Recherchieren von Hintergrundinfos und dem Schreiben von redaktionellen Beiträgen für Websites und Social-Media-Profilen. Dazu kommt technischer Support für Kunden, Beratung sowie Online-PR und -Promotion.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Erfreulicherweise wird die Nachfrage und Bedeutung von Dienstleistungen im Bereich Social-Media immer größer. So kann ich mich intensiver mit Konzepten für Social-Media-Aktivitäten und Kampagnen beschäftigen. Mittlerweile ist es für viele Unternehmen selbstverständlich geworden, auch in Social-Media zu investieren. Der immense redaktionelle und konzeptionelle Aufwand, der hinter einem guten und langfristig erfolgreichen Auftritt im Social-Web steckt wird immer mehr wahrgenommen und honoriert. So ist meine Arbeit in den letzten Jahren immer kreativer und spannender geworden.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein typisches Problem ist es, den Aufwand von Social-Media den Kunden zu erklären. Viele verstehen nur schwer, wieviel Arbeit manchmal hinter einem einzigen Posting steckt. Auch ein Dreizeiler auf Facebook erfordert Recherche und redaktionelles Geschick bei der Formulierung und der richtigen Platzierung von Links und Zusatzmaterialien.

Wo finden wir Sie im Internet?

Man findet die Agentur in der ich Arbeite im Internet unter www.p3000.net, außerdem bin ich bei XING zu finden. Darüber hinaus nutze ich natürlich auch Facebook.
Ich freue mich immer über neue Anfragen!

Bildquelle: Linnja Auffenberg

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