Kathrin Hagendorf: Ich bin eine Geschichtenweberin

Kathrin Hagendorf
Kathrin Hagendorf

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Kathrin Hagendorf und ich bin jemand, der mit Worten spielt, sie zu Bildern verknüpft – eine Geschichtenweberin oder im klassischen Sinn ausgesprochen, eine Schriftstellerin.

Meine Geschichten spielen im Grenzgebiet, also zwischen der realen und der fantastischen Welt. Dabei sind die Übergänge oft fließend, so dass man sich fragt, ob das Reale nicht fantastische Züge in sich trägt und das Fantastische nicht doch auch real sein könnte. Die Grenzen werden aufgehoben und das ist oft verwunderlich anzufühlen, denn man zweifelt mit einmal, was es tatsächlich gibt oder doch nicht.

Es macht mir sehr viel Spaß neue Welten mit von mir erdachten Wesen erstehen zu lassen, sie in unsere Welt zu führen und sie in den Köpfen vieler Menschen lebendig werden zu lassen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Typischer Alltag, nein den gibt es wohl eher nicht. Ich mag absolut keine Wiederholungen und so richte ich es ein, dass jeder Tag Abwechslung bringt. Die einzige Ausnahme, die tägliche Teestunde, die brauche ich einfach. Ansonsten ist der Tag momentan mit verlegerischen Tätigkeiten ausgebucht. Ich hoffe allerdings im Herbst, spätestens im Winter mit dem Schreiben eines neuen Buches beginnen zu können.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Ja doch, es hat sich viel verändert. Jede Phase, die man als Autor in der Entstehungsgeschichte eines Buches durchläuft, bringt andere Momente und Veränderungen mit sich. So ist zunächst die Phase der Vorbereitung, der Ideensammlung und des Schreibens. Vor allem beim eigentlichen Schreiben des Buches lebt man sehr zurückgezogen, versunken in einer neu geschaffenen Welt. Ja, man lebt tatsächlich in dieser Geschichtenwelt und will am Ende nicht wieder zurückkommen. Die Figuren werden lebendig und sie umgeben einen ständig, sie geistern einem im Kopf herum und bestimmen dann oft sogar das eigene Leben. Diese Zeit ist fantastisch und ich glaube, dass es das größte Glück eines Geschichtenschreibers ist, dieses Gefühl zu empfinden.

Ist die Geschichte zu Ende, natürlich ist sie das in Wirklichkeit nie der Fall, denn sie ist ja in unser Leben eingedrungen und lebt dort auf ihre Art fort, aber doch ist im Buch das letzte Wort geschrieben und so ist eine neue Zeit für den Autor herangekommen. Die Zeit der Überarbeitungen, der Korrekturen und na ja, was halt dazu gehört, um es „salonfähig“ zu machen.

Später bei der verlegerischen Arbeit oder bei Lesungen, lernt man viele neue Menschen kennen, die man normalerweise nie kennengelernt hätte. Das macht schon enorm Spaß und bereitet viel Freude.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Sehr schwer ist es, als neuer und relativ unbekannter Buchautor den Weg zum Kunden zu finden. Die Buchhandlungen bevorzugen die sicheren Pfade und so ist es schwer, sein Buch einem großen Kreis an Lesern zur Verfügung zu stellen. Auch stört es mich, dass bevorzugt solche Bücher ausgewählt werden, die dem momentanen Trend entsprechen. Alles andere hat dann eine schlechte Perspektive. Auch die Zeitungen finden kein großes Interesse an unbekannten Autoren. Zu viel Risiko, zu viel Arbeit, da setzt man lieber auf Bekanntes… und macht sich wenig Mühe nach Neuem und Anderem zu forschen.

Aber: „Der Weg zur Realität, ist der Weg der Fantasie“ und so finden wir den Weg.

Wo finden wir Sie im Internet?

Gerne unter www.steintod.info oder auf http://www.facebook.com/steintod

Bildquelle: Kathrin Hagendorf

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Diese fünf Fragen werden regelmäßig von interessanten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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