Jürgen K. Niehues: Im Buchgeschäft wissen unsere Kunden oft schon, was sie wollen, bevor sie den Laden betreten

Jürgen K. Niehues
Jürgen K. Niehues

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Jürgen K. Niehues, Sozialarbeiter, Bildungsreferent, Firmenberater, Netzwerker, Buchhändler & Eigentümer von Kreativ & Hobby – der bAuchladen, einem Bastelladen mit Buchhandel.

Den Laden führt meine Tochter, ich bin zumeist als Firmenberater unterwegs. Der bAuchladen entstand aus vielen Büchern und ein wenig mehr – deshalb die Spielerei mit Buch Bauch – weil im einem Bauchladen unerwartet viel drin ist. – Aber 150m bis Weltbild – da war dann nicht mehr viel drin – zumindst nicht beim Buch – und nach unserem Umzug zur Osnabrücker Str. 264 – kaum noch Buch. Meist Bastelbuch, Kreativbuch, Kunstbuch, Handarbeitsbuch, Schulbuch und Bestellbuch. (alles zusammen knapp 20.000 € im Jahr)

Unser Vorleserprojekt (Lesepaten) ruht zur Zeit – mangels engagierter Vorleser.

Aber Bücher begleiten mich natürlich, gerade im fachlichen Kontext – aber auch ein guter Roman zur Entspannung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Es beginnt mit der Zeitung und dann beginnt er der Weg zur Arbeit. Dort wird bei einer ersten Tasse Kaffee der eMail-Eingang ausgewertet. Die Post gelesen und die ersten eMails an Kollegen, Mitarbeiter, Kunden geschickt. Facebook, Twitter und ein paar Blogs wollen überwacht bzw. mit neuen Infos versorgt werden.

Die Umsetzung der Kundenwünsche nimmt dann einen großen Teil des Tages ein. So ist da z.B. eine große Tischlerei, die im Bereich Personalmarketing etwas tun musste. Für die haben ich Schritt für Schritt den Ausbildungsbereich ausgebaut – Quatität und Qualität – vom Holzbearbeiter bis zum Holzingenieur im dualen Studium. Das führt auch dazu, dass die Firmenmarke für normale Bewerber deutlich interessanter geworden ist. Über Twitter & Facebook werden die damit verbundenen News online gestellt. Die Homepage wird immer entsprechend aktualisiert.

Am Abend warten dann verschieden Vereine, Initativen auf meine Mitarbeit. Ob eine Stadtteilverein „Netztwerk Eschendorf, Europa-Brücke Rheine, eine Schulförderverein, ein Kinderprojekt „Kinderstadt e.V. ; … aber auch mein eigener Laden, sei es für intere Besprechungen, Pflege der Internetseiten oder alles, was so anfällt – leider auch vieles, das sich mit bürokratischen und finanziellen Problemen befasst.

Irgendwann werden abends noch mal die eMails gelesen – bevor der Tag mit einen guten Buch ausklingt.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Beratung erfolgt heute sehr viel schneller und wird auch schneller umgesetzt. Das Internet spielt eine immer größere Rolle. Soziale Netzwerke müssen gepflegt werden – und nicht alles, was im Netz steht, ist wichtig. Vieles bleibt oberflächlich.

Im Buchgeschäft wissen unsere Kunden oft schon, was sie wollen, bevor sie den Laden betreten. Da nutzt man Amazon – bestellt aber dennoch nebenan. Bücherregale zum Stöbern – das lässt das Budget nicht mehr zu. Schade.

Bei der Kreativität muss alles schnell gehen – heute kaufen – heute fertig machen – heute Abend verschenken. Techniken, die Geduld erfordern, mehrere Tage / verschiedene Schritte – nein, das geht gar nicht mehr (oder ganz selten).

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Menschen miteinander zu vernetzen – die persönlichen Qualitäten herausarbeiten – den Neid vermeiden – und gemeinsam am großen Ziel erfolgreich arbeiten – egal ob Firma – Verein – oder Basteln in der Familie.

Kurz gesagt: Menschen Mut machen, Ihr Leben zu gestalten. Egal wo.

Wo finden wir Sie im Internet?

Bildquelle: Jürgen K. Niehues
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Diese fünf Fragen werden regelmäßig von interessanten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.


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