Ingrid Schmitz: Ich bin Kriminalschriftstellerin und arbeite auch im virtuellen Leben

Ingrid Schmitz: Ich bin Kriminalschriftstellerin und arbeite auch im virtuellen Leben

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Ingrid Schmitz. Ich bin Kriminalschriftstellerin. Was ich mit Büchern mache? Ich schleppe sie überall mithin, vertiefe mich darin, amüsiere mich damit und ab und zu liefere ich auch Manuskripte an Verlage, die dann Kriminalromane oder Kriminal-Anthologien daraus machen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Er beginnt um 6 Uhr mit einem Frühstück, danach rufe ich meine Mails ab und sende meinen morgendlichen „Einen mörderisch GUTEN Morgen“- Gruß an diverse Netzwerke, wie facebook, twitter, Google+, XING und Co. Gegen 7 Uhr beantworte ich dringende Anfragen, kümmere mich um das Marketing meiner anstehenden oder veröffentlichten Projekte, schreibe Pressemeldungen, organisiere Lesungen, biete den Verlagen fertige Manuskripte an, oder kümmere mich als Agentin um die Manuskripte meiner Autoren. Trotz der stets anfallenden administrativen Aufgaben, versuche ich dennoch jeden Tag mindestens eine Stunde an meinem aktuellen Text zu schreiben. Stehe ich unter Zeitdruck, weil ich einen Abgabetermin habe, können es durchaus auch zwölf Stunden am Tag sein, mit zwei kurzen Unterbrechungen. An gewöhnlichen Tagen schreibe ich, nach dem Mittagessen, bis 16 Uhr weiter. Danach versuche ich abzuschalten, was natürlich nicht immer möglich ist, denn in Gedanken sortiere ich meine Ideen, kümmere mich um meine Protagonisten, oder denke mir einen Titel für das neueste Projekt aus.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Technisch gesehen hat sie sich vereinfacht, Laptop, iPad und Smartphone sei Dank. Auch die PC-Programme sind Anwender freundlicher geworden. Von der Kommunikation her, lässt jetzt die Vielzahl an sozialen Netzwerken eine superschnelle Kommunikation zu. Man loggt sich einfach ein, chattet mit seinem Gesprächs- oder Vertragspartner, oder sieht ihn über Webcam, auch wenn er hunderte Kilometer entfernt ist. Die sozialen Netzwerke sind zudem Goldgruben für berufliche Kontakte. Verleger, Lektoren, Autoren, aber auch zukünftige Leser lernt man so kennen, hat direkten Kontakt zu ihnen. Am Deutlichsten hat sich meine Arbeit verändert, seit ich die 3D-virtuelle Welt für mich als Krimiautorin entdeckt habe. Seit 2006 bin ich als Avatarin Sameja Lomba in der virtuellen Welt des Second Life ® unterwegs, vermarkte mich und meine Bücher, gebe dort regelmäßig Lesungen über Voice-Chat oder Radiostream. Weder meine Zuhörer, noch ich, müssen das Haus für eine Live-Lesung verlassen. Das heißt aber nicht, dass ich überhaupt nicht mehr aus dem Haus gehe. In der realen Welt gebe ich vor realem Publikum multimediale Lesungen, bei denen ich dann mittels Beamer und Laptop mein Publikum wieder in die virtuelle Welt entführe. Diese Erfahrungen und meine Entdeckungen im Second Life, das dem realen Leben sehr ähnelt, spornten mich dazu an, auch einmal einen Kriminalroman über die virtuelle Welt zu schreiben. Pech nur, dass Avatare nicht sterben können, also musste der Krimi auch im realen Leben spielen, was ihn mit diesem Wechselspiel bisher einzigartig macht.

Es kam mir einer weitere Veränderung der letzten Zeit zugute: Das eBook. Von vielen verhöhnt oder verpönt, erleben wir nun das, was bei den Amerikanern schon lange gang und gebe ist und freunden uns immer mehr damit an. Für mich und meinen Internetkrimi konnte es keine bessere Erfindung geben. So empfand es auch der Droemer Knaur Verlag, der meine Printversion des Kriminalromans „2 Leben – 1 Tod“ sofort unter Vertrag nahm und als interaktives eBook jetzt im August veröffentlichte. Mit ein paar Klicks kommt der Leser direkt zu den Schauplätzen und einigen Protagonisten der Geschichte. Insbesondere ist ein Treffen mit meiner Serienheldin möglich, die durch ihre Avatarin virtuell real geworden ist und die die Interessierten sogar zum Tatort führen kann. So arbeite ich also nicht nur im realen Leben, sondern auch im virtuellen und führe dadurch ein schriftstellerisches Doppelleben, ohne schizophren zu sein.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein typisches Problem ist für mich die Zeit, die mir bei all meinen Tätigkeiten manchmal fehlt. Es sind zu viele Möglichkeiten, die das Internet bietet, sei es bei der Recherche über diverse Suchmaschinen, die einen immer tiefer in das Thema hineinziehen oder bei den sozialen Netzwerken, in denen es so viele, zu viele, interessante Menschen gibt, so dass man an einem Stück Jahre damit zubringen könnte, wollte man sie alle kennenlernen. Natürlich ist auch die virtuelle Welt ein Zeitfresser, wenn man darin versinkt, oder sich immer weiter treiben lässt. Ich glaube, ich habe für mich eine Lösung gefunden, in dem ich Prioritäten setze und mir für diese Zeitfallen ein Limit setze, das ich nur in Notfällen und dann auch nur gering überschreite.

Wo finden wir Sie im Internet?
Website, Weblog, Facebook, Facebook Fanpage, Facebook Serienfigur Mia Magaloff, Facebook Fanpage eBook, Mein Google+ Profil, Facebook Fanpage Meine Biographie Currywurst & Dolce Vita, twitter, Lovelybooks, Mein eBook 2 Leben – 1 Tod
Das sollte erst einmal reichen, sonst wird Ihre Zeit auch knapp. ;-))

Bildquelle: Thomas Lammertz

Diese fünf Fragen werden regelmäßig von interessanten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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