Heide Hasskerl: Meine Arbeiten sind vom Wetter abhängig

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Heide Hasskerl: Meine Arbeiten sind vom Wetter abhängig

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Name ist Heide Hasskerl. Geboren wurde ich in der Ära Walter Ulbricht. Deswegen wurde meine Vergangenheit vom real existierenden Sozialismus geprägt, dem meine Eltern hilflos gegenüberstanden. Ich vermute, dass ich des erlebten Unrechts wegen bereits in der Kindheit Texte und Geschichten geschrieben habe; Schreiben um zu vergessen – oder um nichts zu vergessen. Ich habe viel in meinem Leben gemacht: war Metzgerin, Melkerin, Zootechnikerin, Briefträgerin, Verkäuferin, Bio-Bäuerin, und mehr. Heute bin ich Gartenbuchautorin und Schriftstellerin. Neben dem Schreiben der Sachbücher / Ratgeber, fotografiere ich; ich fertige die Fotos zum jeweiligen Buch und skiziere überdies die Grafiken. Literarisch habe ich Preise und Stipendien erreichen können und kann auch hier auf Veröffentlichungen verweisen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitstag kenne ich nicht: Meine Arbeiten sind vom Wetter abhängig: Ich pflanze und hege die zu porträtierenden Gewächse in meinem Garten und kann dadurch auf ein reiches Motivpotential von der „Entstehung“ bis zur Reife zurückgreifen. Schlechtwetterphasen werden zur Recherche, zum Schreiben oder zum Lesen genutzt. Wird aktuell an einem Buch geschrieben, hat der Tag einige Arbeitstunden mehr und beginnt oftmals mitten in der Nacht. Bezeichnend ist für mich die Fähigkeit ein Buch zu schreiben, das zweite währendessen zu konzipieren und dabei bereits gedanklich die Illustrationen vorzubereiten; den Ausgleich verschafft mir dann der Garten, die Selbstversorgung oder die Arbeit an meinem Roman, an dem ich bereits seit 10 Jahren schreibe und in dem ich das unter Ulbricht Erlebte reflektiere.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Gartenbücher und -themen haben derzeit Konjunktur. Ich habe mir einen „Namen“ machen können, bin auch in den Fernsehstudios gefragt, wenn ein „Gartenexperten-Rat“ erforderlich ist. Einen „Namen“ zu haben bedeutet nicht, dass es beruflich einfacher wird! Ganz im Gegenteil: mit dem Erhöhen der Verkaufszahlen oder der Bekanntheit wächst die Zahl der Kritiker.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein großes Problem sehe ich in der „Einsamkeit“, die den Schreibenden ereilt, sobald das Schreiben seinen Anfang gefunden hat. Ich versuche dieser „Einsamkeit“ durch Schreiben und Lesen an öffentlichen Plätzen entgegenzuwirken. Hier gibt es meiner Meinung nach noch viel Potential: Schön fände ich, wenn mehr Cafe‘s „Schreibplätze“ anbieten und Gelegenheit zum Dialog schaffen würden.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.heide-hasskerl.de

Bildquelle: Heide Hasskerl
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