GardenStone: Meine Leidenschaft ist die historische Forschung

GardenStone
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Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein Autorname ist GardenStone, ich bin Niederländer und wohne in Usingen im schönen Taunus. Meine Leidenschaft ist die historische Forschung, zugespitzt auf die Zeit von ca. -100 bis ca. 600 und zentral darin stehen die Germanen. Da diese viele Kontakte mit den Römern und Kelten hatten, gehören auch die zu meinem Interessensgebiet. Jedes Forschungsprojekt wird mit der Veröffentlichung eines Buches abgeschlossen. Sechs solcher Bücher sind auf Deutsch erschienen, zwei davon sind auch auf Niederländisch übersetzt und vier englische Übersetzungen sind in Arbeit. Zwar benutze ich wissenschaftliche Forschungsmethoden und wissenschaftliche Literatur, meine Zeilgruppe ist aber nicht die Wissenschaft, sondern die heidnische oder paganistische ‘Gemeinschaft’ und daher vermeide ich wissenschaftliche Standards wie Fachausdrücke, Quellenhinweise im Fließtext und Fußnoten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Neben Hausputz, Tiere versorgen und waschen arbeite ich viel am Rechner. Da wird im Web geforscht, e-Quellen gelesen und darüber e-Notizen gemacht, es wird weiter gearbeitet an einem laufenden Buchprojekt, der Rohtext wird in Open Office geschrieben. In Mailinglisten und Foren wird mit Historikern und gut informierten Interessenten diskutiert und Informationen ausgetauscht. Wenn ein Rohtext von meinen Korrekturlesern zurück ist, wird er in InDesign gesetzt und dann als PDF Datei an BoD geschickt, wo fast alle meine Bücher herausgebracht sind. In den Arbeitspausen wird mit Freunden und Bekannten kommuniziert, z.B. über Facebook. Dann sitze ich auch viel auf der Couch oder auf der Terrasse und lese … denn abseits vom Rechner liegen mehrere Stapel Bücher, die während des Lesens immer mehr farbige Klebzettelchen enthalten. Die Stellen werden dann später zu Rohtext im Manuskript verarbeitet. Je nach Laune wird auch noch an meinen Webseiten gebastelt.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Die Schreibarbeit ist bequemer geworden. Statt alles, was ich aufschreiben möchte, einzutippen, benutze ich zunehmend das Naturally Speaking Programm, mit dem ich lässig zurückgelehnt meine Sätze spreche, die dann als Text auf dem Bildschirm erscheinen. Die Genauigkeit ist beindruckend. Auf dem Gebiet meiner Forschungsthemen wird die Kommunikation immer schwieriger, es findet sogar eine Vereinsamung statt. Man wird so spezialisiert, dass es fast keine andere Menschen gibt mit dem gleichen Kenntnisstand zu den Themen, mit denen man sich austauschen kann.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein wiederkehrendes Problem ist die Beschaffung der schriftlichen Quellen für meine Themen. Es passiert öfter, dass es Bücher betrifft, die als Doktorarbeit geschrieben sind und wo nur einige wenige Pflichtexemplare gedruckt sind. Diese sind dann nur in entfernten Uni-Bibliotheken vorhanden und oft nicht für die Fernleihe freigegeben. Unsere lokale Bücherei bietet dabei nicht mal die Möglichkeit für Fernleihe an. Die Autoren dann ausfindig zu machen, ist oft sehr schwierig. Die fortschreitende Digitalisierung von Büchern ist schon eine Lösung. Die Wiener Universität bietet die Möglichkeit, für wenig Geld für kurze Zeit Zugang zu der Online Bibliothek zu bekommen. Ich wünschte mir, dass mehr Bibliotheken das anbieten würden. Der Global Reference Verlag (De Gruyter) bietet die Möglichkeit, online einzelne Kapitel seiner Bücher zu kaufen. Da die Bücher des Reallexikons der germanischen Altertumskunde sehr teuer sind, ist das ein großartiges Angebot, das ich nutze, und ich wünsche mir, dass mehr Sach-/Fachbuchverlage das tun würden.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Website ist www.boudicca.de und bei Facebook bin ich unter meinen Autornamen angemeldet unter www.facebook.com/GardenStone, wo ich neben meiner Profilseite auch eine ‘Page’ für meine Bücher habe.

Bildquelle: GardenStone

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Diese fünf Fragen werden regelmäßig von interessanten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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