Alfred Wallon: Mein bevorzugtes Genre ist der historische Western

Alfred Wallon
Alfred Wallon

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich heiße Alfred Wallon und schreibe seit 1981. Eigentlich schon seit Anfang der 70er-Jahre, wenn man es genau nimmt. Aber meine erste professionelle Veröffentlichung war im Dezember 1981. Somit bin ich jetzt fast 30 Jahre im Geschäft. Ich bin in dieser Zeit fast in allen Genres der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur tätig gewesen. Angefangen vom historischen Western über Krimi, Horror, SF und Fantasy bis hin zu klassischen Abenteuererzählungen.

Mein bevorzugtes Genre ist der historische Western, in diesem Genre kenne ich mich seit vielen Jahren bestens aus, denn ich bin damit aufgewachsen. In den letzten drei Jahren bin ich hier verstärkt tätig gewesen, vorwiegend im Taschenbuchsektor und Hardcoverbereich – bei mehreren Buchverlagen. Ich bin übrigens bis jetzt der einzige deutsche Autor, der aktives Mitglied bei den renommierten Western Writers of America ist – und ich bin ebenfalls der einzige deutsche Autor, der in Zusammenarbeit mit dem britischen Kollegen David Whitehead in England einen historischen Western veröffentlicht hat. Das war 2008 – und der Roman „All guns blazing“ wurde beim Verlag Robert Hale in London unter dem gemeinsamen Pseudonym Doug Thorne veröffentlicht. Das Interessante daran ist, dass die Startauflage bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin 29.11.08 ausverkauft war. Ein zweiter Roman „Cannon for Hire“ erscheint Ende dieses Monats.

Im Persimplex Verlag habe ich vier Bücher in den letzten drei Jahren veröffentlicht (Thema Indianer- und Bürgerkrieg). Im Mohlberg-Verlag erscheint meine historische Western-Saga RIO CONCHO sowie die CIVIL WAR CHRONICLES. Auch auf dem Sektor der Hörbücher bin ich seit einem guten Jahr aktiv. Im Action-Verlag sind bereits mehrere Titel von mir erschienen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Auch wenn ich in den letzten 30 Jahren 150 Heftromane und um die 35 Taschenbücher, Paperbacks und Hardcover veröffentlicht habe, so fand all dies nur in meiner Freizeit statt. Ich bin somit kein hauptberuflicher Schriftsteller, sondern schreibe ausschließlich in meiner Freizeit und am Wochenende. Somit sieht mein Arbeitstag etwas anders aus.

Während der Woche schreibe ich zwischen 19.00 Uhr und 21.30 Uhr. Das ist eine für mich am besten passende Zeit. Am Wochenende erledige ich gut 70 % meines Pensums an den beiden Vormittagen. In allen Fällen gilt aber, dass ich meine recherchierten Daten immer griffbereit habe – das sind Ausdrucke von wichtigen Daten und geschichtlichen Fakten. Und natürlich habe ich noch die für meinen jeweiligen Roman verwendeten Sachbücher immer griffbereit. So kann ich immer schnell etwas nachschlagen.

Ich höre weder Musik beim Schreiben, noch lasse ich mich von irgendwelchen äußeren Einflüssen ablenken. Wenn ich schreibe, bin ich mitten in der Materie und konzentriere mich nur darauf. Nur so kann ich den Zeitplan einhalten, den ich mir selbst gesetzt habe.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Mit dem Beginn des Internets ist vieles einfacher geworden. Ich erinnere mich noch an Zeiten, wo man insbesondere für das Recherchieren von historischen Details in Dutzenden von Sachbüchern nachschauen musste, die man nur unter großer Mühe bekommen konnte. Jetzt ist fast jede Information nur einen Mausklick entfernt.

Als ich anfing zu schreiben, war das Western-Genre noch weit verbreitet. Im Zeitalter der neuen Medien haben sich insbesondere jüngere Generationen anderen Genres zugewendet (Fantasy, Horror). Die zuständigen Entscheider bei den großen Publikumsverlagen publizieren kaum noch Bücher in dieser Richtung, weil man der Meinung ist, es gäbe keinen Markt mehr dafür. Die Vorstellungen der Marketingexperten in diesen Verlagen sind sehr einseitig, weil sie auch heute noch nicht von der Vorstellung loskommen, dass ein Western automatisch mit Karl May in Zusammenhang gebracht wird. Dass ein historisch sorgfältig recherchierter Roman jedoch durchaus neue Leser gewinnen kann, hat sich mittlerweile bewahrheitet. Ironischerweise bin ich sogar dankbar für diese Denkweise der großen Publikumsverlage, denn mittlerweile haben meine Verlage diese Nische besetzt, und diejenigen Leser, die nach neuen Romanen in diesem Genre suchen, wissen mittlerweile, wo man sie findet.

Ein Autor hat früher im stillen Kämmerlein vor sich hingeschrieben – diese Zeiten sind vorbei. Wenn man erfolgreich sein und auf sich aufmerksam machen will, muss man auch als Autor über gewisse Marketingmaßnahmen nachdenken. Dazu gehören Lesungen und natürlich auch eine eigene Homepage. Das Mitwirken in sozialen Netzwerken wie facebook oder XING sind ein MUSS. Auch für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sollte der Autor zugänglich sein. Nur durch solche Multiplikatoren kann man einen Bekanntheitsgrad erreichen.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich habe keine Probleme bei meiner Arbeit. Klingt eigentlich ganz einfach, aber so ist es eben. Das Aufwändigste ist immer das Exposé. Dies gestalte ich sehr detailliert, damit meine Verlage ganz genau wissen, wie der Handlungsablauf des zu planenden Buches aussieht. Wenn das OK für das Exposé kommt, schreibe ich das Buch, und dann läuft alles planmäßig ab. Schreibblockaden kenne ich nicht. Viele Autoren sehen sich als Künstler und stolpern deswegen teilweise über Dinge, die einem selbst das Leben schwer machen. Ich selbst sehe mich als Handwerker, der seinen Job gut machen und die Leser spannend unterhalten möchte.

Wo finden wir Sie im Internet?

Meine Homepage:

http://www.alfredwallon.de.tl

Die Homepages meiner Verlage:

http://www.persimplex.de

http://www.mohlberg-verlag.de

http://www.action-verlag.de

Bildquelle: Alfred Wallon
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Diese fünf Fragen werden regelmäßig von interessanten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.


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