Sabine Brandl: Es geht uns um Vernetzung und um die Förderung (noch) unbekannter Talente

Sabine Brandl
Sabine Brandl

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin eine Autorin aus München und schreibe seit meiner Jugend Lyrik und Prosa. Einige meiner Kurzgeschichten und Gedichte wurden bereits in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht und/oder im Rundfunk gelesen und besprochen. In diesem Jahr ist mein erster Roman erschienen.

Seit 2004 leite ich den REALTRAUM, einen Verein zur Förderung von Literatur, Kunst und Musik in München. Wir treffen uns einmal monatlich zur Textbesprechung und geben Tipps zur Verlagssuche und zum Literaturbetrieb. Jeder, der sich hierfür interessiert, kann zu diesen Treffen kommen. Zudem organisieren wir regelmäßige Lesungen, hierfür laden wir auch immer wieder Gastautoren ein. Es geht uns um Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit und um die Förderung (noch) unbekannter Talente. In diesem Jahr wurde die erste REALTRAUM-Anthologie veröffentlicht.

Seit 2008 leite ich eine Schreibwerkstatt mit Senioren in einem Alten- und Servicezentrum. Wir lesen Auszüge aus Romanen, Kurzgeschichten und Gedichte, machen Schreibübungen und Textarbeit. Hier will ich vorrangig Freude am geschriebenen Wort wecken, sei es gelesen oder selbst verfasst, zur bewussten Literaturauswahl anregen und bereits vorhandene Potenziale fördern.

Natürlich bin ich auch Konsumentin, ich lese leidenschaftlich gern. Noch mehr Freude bietet mir jedoch das Schreiben selbst und der Austausch mit anderen Künstlern und Kunstinteressierten.

Wie verändern die digitalen Medien bzw. das Internet Ihre Arbeit?

Zum einen bietet das Internet eine gute Möglichkeit, Werbung für die eigenen Bücher und auch für die Lesungen zu machen. Ebenso wird die Suche nach einem passenden Verlag über das Internet leichter, zudem kann man im Netz literarische Ausschreibungen verfolgen und Kontakte zu anderen Autoren und Künstlergruppen pflegen. Aus diesem Grund halte ich es für Autoren für sehr wichtig, über eine gewisse Internetkompetenz zu verfügen.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ich kann nicht davon leben. Seit mein Debütroman erschienen ist, kann ich immerhin etwas dazuverdienen, aber das reicht bei weitem nicht, um die Autorentätigkeit zu meinem Brotberuf zu machen. Die Leitung des REALTRAUM-Vereins kostet viel Arbeit und ist vom zeitlichen Aufwand mit einem Halbtagsjob zu vergleichen, mit dem Unterschied, dass ich hier nichts verdiene. Die Schreibwerkstatt im Alten-und Servicezentrum leite ich ehrenamtlich, hier werden nur die Unkosten gedeckt.

Obwohl mir die Leitung des REALTRAUM und der Senioren-Schreibwerkstatt ungemein viel Freude bereiten und ich dabei – in nicht-materieller Hinsicht – viel dazu gewinne, habe ich wenig Freizeit und damit auch weniger Zeit zum Schreiben, da ich nebenher noch arbeiten muss.

Wo finden wir Sie im Internet?

Sie finden mich hier: http://www.sabinebrandl.net

Bildquelle: Sabine Brandl
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Diese vier Fragen werden regelmäßig von Leuten aus der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Probleme in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen in Ihrer Bucharbeits-Umgebung bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.


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