Jördis Beatrix Schulz: Auch im traditionellen Buchhandel ist der Wandel geradezu spürbar

Jördis Beatrix Schulz

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich leite die Abteilung Kommunikation bei der Mayerschen Buchhandlung und bin zuständig für die Bereiche Intranet, Internet und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das mag auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, ist aber im heutigen Zeitalter der digitalen Kommunikation durchaus sinnvoll. Die modernen Kommunikationsmittel auch in der internen Kommunikation zu nutzen, ist für eine moderne Firma unumgänglich. Auch im traditionellen Buchhandel ist der Wandel geradezu spürbar und hier die richtige Unterstützung zu geben, das ist meine Aufgabe.

Wie verändern die digitalen Medien bzw. das Internet Ihre Arbeit?

Ich kann ohne Internet nicht arbeiten, denn das ist mein elementarer Job bzw. der meines Ressorts. Wir nutzen das Internet, um Kunden zu gewinnen, Kunden zu begeistern und Informationen über die Social Media zu verbreiten. Ohne Internet geht gar nichts.

Wir nutzen Facebook und andere Social-Media-Plattformen, um unsere Kunden gezielt zu informieren, neugierig auf Aktionen zu machen, unsere Veranstaltungen – die wir mit viel persönlichem Engagement betreiben – bekannt zu machen und natürlich, um Bücher und Non-Books zu verkaufen.

Ich bin begeisterte E-Book-Anhängerin und würde gerne mehr E-Books auf dem deutschen Markt sehen. Hier sind die Chancen offen, die genutzt werden sollten. Auf den wachsenden E-Book-Markt bin ich wirklich sehr gespannt und hoffe, dass es in 2010 zu den nötigen Veränderungen kommt.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Den Buchhandel als Ladengeschäft mit der Identität des Internets auf eine Stufe zu stellen. Ich weiß, dies ist eine Herausforderung, aber ich denke, die Lösung wird es geben. Das Internet darf nicht “verteufelt” werden und muss gezielt als Hilfsmedium zur Informationssuche und Wissensvertiefung eingesetzt werden. Das gebundene Buch wird – Gott sei Dank – nie aussterben. Aber das digitale Buch ist doch nicht schlechter, nur weil es digital ist? Der Inhalt ist doch der gleiche, oder? – Von daher ist Sach- und Fachwissen aus dem Internet nicht schlechter als das Wissen von Buchhändlern und wenn Buchhändler als Fachleute ihr Wissen im Internet an Kunden weitergeben, dann ist der Kreis geschlossen und alle können davon profitieren.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.mayersche.de natürlich – Xing, Facebook, WKW, stayfriends

Bildquelle: Jördis Beatrix Schulz

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Diese vier Fragen werden regelmäßig von Leuten aus der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Probleme in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen in Ihrer Bucharbeits-Umgebung bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen.

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