Anne Seubert: Veränderung ist keine Entscheidung

Wir mögen Menschen, die Menschen zusammenbringen. Deshalb stellen wir sie in unserer “Menschenvernetzer”-Interviewreihe regelmäßig hier im Blog vor. So entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die sonst andere auf die Bühne heben, und die zeigen, wie Gemeinschaft heute in den unterschiedlichsten Kontexten erfolgreich gelebt werden kann.

Wer sind Sie und wie bringen Sie Menschen zusammen?

Anne Seubert

Mein Name ist Anne Seubert und Teil des Konzepts ist, dass ich für jeden etwas anderes bin: Prozess-Komplizin, Trend-Kuratorin, Plattform-Kreateurin, Brückenbildnerin, Unternehmens-Mentorin, Place-Maker, Geburtshelferin – um nur mal ein paar Möglichkeiten zu nennen. Ich arbeite mit Marken, Orten und Unternehmen darauf zu, ihre Relevanz für und ihre Resonanz in ihrer Zielgruppe neu zu implementieren oder zu verstärken. Veränderung ist keine Entscheidung.

„Anne bringt Menschen zusammen und macht Dinge möglich!“, brachte es letztens eine Kundin auf den Punkt, denn Innovation bedeutet für mich, Plattformen zu gestalten, auf denen Menschen, Produkte und Projekte zusammenkommen. Das können fixe Orte sein oder auch temporäre Räume wie Events.

Was bedeutet für Sie Community bzw. Gemeinschaft?

Communities sind für mich die Petrischale jeder Entwicklung und der Zukunft. In Gemeinschaften werden Begeisterungen und Belastungen geteilt, Horizonte erweitert und Perspektiven gewechselt, Agenden gestaltet und Projekte verwirklicht.

Ich bin mehr in eine Community als in eine Familie geboren worden, die hatte keinen Namen, keine Plattform, keine feste Definition, sehr wohl aber implizite und explizit formulierte Rituale und Regeln und ein immer wieder neu diskutiertes gemeinsames Werteverständnis. Diese Community lernte beständig dazu, entwickelte sich weiter, hat sich in Frage und auf Bühnen gestellt und war nicht nur mir Heimat. Sie hat mein Verständnis von Community sowie Arbeit, Leben, Lieben und leben lassen geprägt.

Welche Veranstaltung hat Sie zuletzt so richtig begeistert?

Die letzte Zeit war geprägt von Veranstaltungen, herausgeragt hat zum einen das Q Berlin Questions, einem Hybrid-Format an der Schnittstelle zwischen Frage und Antwort, Konferenz und Festival.

Die 6 Degrees Berlin im Pierre Boulez Saal hat mich durch die spielerischen Querverbindungen zwischen Publikum und den teils hochkarätigen und exotischen Speakern trotz des sehr komplexen Themas begeistert.

Das zweite deutsche Diabetes Barcamp, das ich wieder konzipieren und in Frankfurt moderieren durfte, hat mich berührt und zwar mit allen, die dabei waren und den Hashtag #wirsindviele erlebbar machten.

Bei den Change Days konnte ich leider nicht dabei sein, aber der Bericht klingt so, als würde ich mir das gerne mal anschauen.

Welche Sprecherinnen*, Moderatorinnen* oder Künstlerinnen* haben Sie zuletzt so richtig begeistert?

Immer wieder: Esther Perel, die amerikanische Beziehungsforscherin mit ihrer großartigen Art, en passant Dinge, die man bislang nicht zu denken wagte, Allgemeingut werden zu lassen.

Ganz aktuell der Musiker und ich würde sagen Natural Born Entertainer Jon Batiste mit seiner Fähigkeit, sich bei Minztee in die Hände seines Publikums fallen zu lassen und damit einen Raum innerhalb von Minuten zum Leben zu erwecken und keinen unberührt zu lassen.

Welcher ist Ihr liebster Veranstaltungsraum/-ort?

Aktuell u.a. die Shared Studios: Ein mobiles Container System, mit dem man Menschen über Kontinente an zwei Orten in eine Diskussion verwickeln, zu einem Brainstorm anfeuern oder zu einer Mahlzeit zusammenbringen kann.

Immer wieder Rooftops und zunehmend der Wald – natürlich beide mit der Einschränkung der Witterungsbedingungen, aber hey!

Welche Event- oder Begegnungsformate gibt es noch zu wenig?

Wald- und Wiesen-Events. Mikro-Konferenzen. Mehrjährige. Ergebnisorientierte.

Wie messen Sie den Erfolg von Veranstaltungen und wie könnte das noch besser gelingen?

Resonanz & Relevanz, die sich für mich zeigen in:

a) Der Unverzichtbarkeit der Veranstaltung, also dem Verlangen der Teilnehmer und ggf. derjenigen, die die Veranstaltung verpasst haben, nach einer Wiederholung.

b) Der Transformation, die stattgefunden hat, bzw. den Veränderungsprozessen, die angestoßen wurden.

c) Der eigenen Lust auf eine zweite Runde.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Auf der Suche nach Relevanz und Resonanz, neuen Formaten und Möglichkeiten diverse Stakeholder zusammenzubringen? Yes, please!

Wo finden wir Sie im Internet?

Unter www.brandsandplaces.com

Auf LinkedIn, Xing, Speakerinnen.org und Facebook. Oder bei Google. 🙂

Und zu guter Letzt: Wem sollten wir diese Fragen auch mal stellen – wer ist aus Ihrer Sicht eine großartige Menschenvernetzerin*?

Meinen Vater. 🙂

Priya Parker! Oder zumindest ihr Buch „The Art of Gathering. How we meet and why it matters“ lesen.

Kavita Goodstar.

Stefanie Rothenhöfer.

 

Foto (c) privat

* Männer sind mitgemeint

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