Rüdiger Wischenbart: Ich kuratiere das Publishers’ Forum in Berlin

Wir mögen Menschen, die Menschen zusammenbringen. Deshalb stellen wir sie in unserer “Menschenvernetzer”-Interviewreihe regelmäßig hier im Blog vor. So entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die sonst andere auf die Bühne heben, und die zeigen, wie Gemeinschaft heute in den unterschiedlichsten Kontexten erfolgreich gelebt werden kann.

Wer sind Sie und wie bringen Sie Menschen zusammen?

John Sargent und Rüdiger Wischenbart, 2018

Ich heiße Rüdiger Wischenbart, bin 62, und versuche den laufenden Wandel von Buchmärkten, Lesen und Kultur im internationalen Zusammenhang neugierig zu verfolgen und zu verstehen.

Menschen bringe ich zusammen, indem ich sie einander vorstelle oder zu Veranstaltungen einlade, die ich organisiere.

Was bedeutet für Sie Community bzw. Gemeinschaft?

‘Ohne’ geht es ganz einfach nicht.

Welche Veranstaltung hat Sie zuletzt so richtig begeistert?

Ein Treffen der International Publishing Distribution Association in Madrid im Juni, das sich in nur 3 Jahren zu einem der lebendigsten Foren der Branche entwickelt hat. Es hat für mich den direkten Anstoß zum neuen European e-Book Barometer gegeben, das wir am 4. Oktober erstmals präsentieren – siehe www.Global-eBook.com . Für dieses Beobachtungsinstrument für digitales Publizieren kooperieren teils direkte Konkurrenten am Markt und stellen wichtige Daten zur Verfügung, um gemeinsam aktuelle Entwicklungen besser verstehen zu lernen.

Welche Sprecherinnen*, Moderatorinnen* oder Künstlerinnen* haben Sie zuletzt so richtig begeistert?

Paula Zuccotti, die mit ihrem Buch “Everything We Touch” plötzlich sichtbar und greifbar macht, wie wir in unserer Alltagsästhetik ticken.

Welcher ist Ihr liebster Veranstaltungsraum/-ort?

Das dbb Forum in Berlin, weil wir dort das Publishers’ Forum machen dürfen – und unter einem Glasdach (!) mit Gedankensteinchen um uns werfen können, ohne Angst, dass deshalb jemand zu Schaden kommt.

Welche Event- oder Begegnungsformate gibt es noch zu wenig?

Brownbag Lectures: Ein paar Leute nehmen ihr Mittagssandwich, setzen sich um einen größeren Tisch und einige von ihnen erzählen konzentriert und begeisternd aus ihrer aktuellen Arbeit.

Wie messen Sie den Erfolg von Veranstaltungen und wie könnte das noch besser gelingen?

Ich gehe rum und versuche den Sound aufzunehmen – ohne an einzelnen Worten oder gar Sätzen hängen zu bleiben.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Menschen unter 35, mit und ohne Migrationshintergrund, die Ideen haben, wie sich die Buchbranche über ihre traditionellen Kreise hinaus öffnen könnte.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.wischenbart.com sowie @wischenbart und im Blog www.booklab.info – obgleich ich ein viel zu nachlässiger Blogger und Twitterer bin.

Und zu guter Letzt: Wem sollten wir diese Fragen auch mal stellen – wer ist aus Ihrer Sicht eine großartige Menschenvernetzerin*?

Nitasha Devasar. Sie ist eine großartige Netzwerkerin, weil sie ihr Buch “Publishers on Publishing: Inside India’s Book Business” über die Buchbranche in Indien ausschließlich mit Interviews quer Beet gemacht hat, so dass man als Leser einen wunderbaren Einblick in einen der vielfältigsten und interessantesten Buchmärkte weltweit bekommt.

Foto: Thomas Wilking, buchreport

* Männer sind mitgemeint

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