Martha Dudzinski, SWANS Initiative: Wir organisieren Seminare für junge Frauen mit Zuwanderungsgeschichte und Women of Color

Wir mögen Menschen, die Menschen zusammenbringen. Deshalb stellen wir sie in unserer “Menschenvernetzer”-Interviewreihe regelmäßig hier im Blog vor. So entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die sonst andere auf die Bühne heben, und die zeigen, wie Gemeinschaft heute in den unterschiedlichsten Kontexten erfolgreich gelebt werden kann.

Wer sind Sie und wie bringen Sie Menschen zusammen?

Martha Dudzinski - SWANS Initiative

Zusammen mit fünf anderen Frauen mit Zuwanderungsgeschichte organisieren wir als SWANS Initiative Seminare zum Berufseinstieg für engagierte Studentinnen und Absolventinnen mit Zuwanderungsgeschichte und Women of Color. Bei uns können sie sich weiterbilden, miteinander Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig inspirieren und miteinander vernetzen.

Was bedeutet für Sie Community bzw. Gemeinschaft?

Für mich bedeutet es, sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun – Menschen, die dieselben Werte vertreten, denen dieselben Dinge wichtig sind und die Lust haben, sich zusammen für etwas einzusetzen. Wichtig ist mir besonders der Tatendrang, der uns verbindet, das Gemeinsam-Anpacken-Wollen.

Welche Veranstaltung hat Sie zuletzt so richtig begeistert?

Die Verleihung der Bundesauswahl beim startsocial-Wettbewerb für ehrenamtliche Initiativen im Kanzleramt. Es war natürlich der Wahnsinn, von Kanzlerin Merkel die Urkunde verliehen zu bekommen. Aber besonders großartig war die Energie, die in so einem Raum entsteht, in dem sich so viele Menschen aufhalten, die sich konstruktiv in die Gesellschaft einbringen und sie aktiv voranbringen und verbessern wollen. Das bestärkt einen richtig im Glauben an die Menschheit!

Martha Dudzinski - SWANS Initiative

Welche Sprecherinnen*, Moderatorinnen* oder Künstlerinnen* haben Sie zuletzt so richtig begeistert?

Eine ganz besonders beeindruckende Persönlichkeit ist die YouTuberin Lisa Sophie. Ich bin immer wieder fasziniert und inspiriert davon, wie sie mit ihrer ruhigen und überlegten Art auch eine Art moralischen Kompass für die Branche darstellt. Ein Ruhepol, der sich mit so wichtigen Thema wie Nachhaltigkeit, Feminismus und LGBTQI*-Themen beschäftigt. Sie ist eine großartige Person, die für sich entschieden hat, ihre Plattform für Gutes zu nutzen.

Ebenso begeistert bin ich von der Journalistin Merve Kayikci, die sich mit ihrer lebensfrohen und unbeschwerten Art immer wieder konstruktiv an gesellschaftlichen Diskursen beteiligt. Ich finde es toll und wichtig, dass gerade bei so schwierigen Themen wie der endlosen Islam- und Kopftuchdebatte sich hier und da auch mal eine Stimme wie Merves einschaltet, die klug und wohlmeinend zur Aufklärung beiträgt.

Welcher ist Ihr liebster Veranstaltungsraum/-ort?

Das Schloss Montfort in Langenargen am Bodensee, weil ich dort meine absolute Traumhochzeit feiern durfte.

Welche Event- oder Begegnungsformate gibt es noch zu wenig?

Ich finde es schade, dass man sich in so vielen Frauenräumen entscheiden muss zwischen den Gesprächsthemen – entweder Karriere und Ehrgeiz oder Diskriminierungserfahrungen. Zu viele Frauennetzwerke in den Bereichen Karriere und Leadership weigern sich, Themen wie Sexismus, Rassismus, Klassismus und Islamophobie anzusprechen. Vielleicht sind sie so angepasst, weil sie befürchten, sich in der Männerwelt sonst Chancen zu verbauen, als “nörgelig” zu gelten? Das finde ich sehr schade. Frauen sollten heutzutage keine Angst mehr davor haben müssen, gleichzeitig ehrgeizig zu sein und Missstände zu thematisieren.

Wie messen Sie den Erfolg von Veranstaltungen und wie könnte das noch besser gelingen?

Ein gelungenes SWANS Seminar erkennen wir an der Abschlussrunde – wenn alle Teilnehmerinnen im Kreis sitzen und sich gegenseitig erzählen, wie großartig sie sich untereinander verstanden haben, wie sehr sie von dem vermittelten Wissen profitieren und wie sehr sie die Zeit unter Gleichgesinnten genossen haben. Und unser absolute Erfolg misst sich daran, wenn wir sie alle in ein paar Jahren in Deutschlands Chefetagen wiederfinden. 😉

Martha Dudzinski - SWANS Initiative

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Wir sind aktuell in einer ziemlich privilegierten Position, weil unser Ehrenamt durchfinanziert ist durch die Robert Bosch Stiftung. Deswegen brauchen wir keine Sponsorinnen* oder Spenderinnen*. Uns geht es vor allem darum, möglichst viele potentielle Teilnehmerinnen* zu erreichen und auf unser Angebot aufmerksam zu machen. An die sage ich – tragt euch für unseren Newsletter ein und verpasst kein Seminar mehr! Und ansonsten auch alle Medien, Netzwerke, etc., die uns dabei helfen können und wollen, möglichst viele Frauen* aus unserer Zielgruppe zu erreichen.

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf unserer Webseite, auf Facebook und bei Instagram.

Und zu guter Letzt: Wem sollten wir diese Fragen auch mal stellen – wer ist aus Ihrer Sicht eine großartige Menschenvernetzerin*?

Karin Heinzl, Gründerin des Frauenförderprogramms MentorMe. Sie hat genau diese anpackende, wohlmeinende und hilfsbereite Art, die eine großartige Netzwerkerin und fantastische Persönlichkeit insgesamt ausmacht.

 

Fotos: (c) Dara Kossok-Spieß, (c) startsocial e.V./Thomas Effinger, (c) Abeer Ayyoub

* Männer sind mitgemeint

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