Sind fallende Buch-Preise unvermeidbar?

Wie das Börsenblatt vor ein paar Tagen berichtete, ist der durchschnittliche Ladenpreis für Bücher im letzten Jahr um 1,9 Prozent gefallen. Es listet auch die Preisentwicklung der letzten zehn Jahre auf:

Jahr Preis
Veränderung
1998 14,76 € + 1,3 %
1999 14,85 € + 0,6 %
2000 15,12 € + 1,8 %
2001 15,36 € + 1,6 %
2002 15,62 € + 1,7 %
2003 15,52 € – 0,6 %
2004 15,22 € – 1,9 %
2005 15,00 € – 1,4 %
2006 14,86 € – 0,9 %
2007 15,08 € + 1,5 %
2008 14,79 € – 1,9 %

Datenquelle: durchschnittlicher absatzgewichteter Ladenpreis im Barsortiment KNV

Im Jahr 2008 bewegten wir uns demnach wieder auf dem Niveau von 1998 und der Trend zeigt eindeutig nach unten. Die Preise fallen also, noch bevor die größten Herausforderungen für die Buchbranche richtig begonnen haben. Denn zwar wird schon seit 1998 über eBooks und eBook-Reader geredet, aber erst jetzt beginnen sie sich langsam als echte Ergänzung und teilweise auch Alternative zum klassischen auf Papier gedruckten Buch zu etablieren. Das dürfte die Preise unweigerlich noch stärker unter Druck setzen.

Letztlich unterliegen auch Buchinhalte den prinzipiellen Zusammenhängen der Ökonomie, auch wenn das für Viele eine schmerzliche Tatsache ist. In einer digitalen Welt, die spätestens mit den eBooks nun auch für die Buchbranche anbricht, liegen die Grenzkosten für Inhalte bei nahezu 0 Euro:

Sind fallende Buch-Preise unvermeidbar?
Quelle: Reichwald/Piller: Interaktive Wertschöpfung, Wiesbaden 2006

Was bedeutet es also für die Buchbranche, dass die Grenzkosten für digitale Inhalteprodukte bei fast 0 Euro liegen und die ideale Ausbringungsmenge unendlich groß ist? Bedeutet es nicht zumindest, dass die Buchpreise unweigerlich weiter fallen werden? Könnte es nicht auch bedeuten, dass in manchen Bereichen ganz andere Erlösquellen als die eines Buch- bzw. Inhalteverkaufs notwendig werden?

Wie ist ihre Meinung zu der beschriebenen Entwickung? Wie könnte man Ihrer Meinung nach adäquat darauf reagieren?



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