Irene Klünder: Ich leite seit 2019 das SWR Doku Festival

Die acht Fragen dieser Interviewreihe werden von interessanten Doku-Köpfen beantwortet, die sich beruflich oder privat in besonderer Weise mit Dokumentarfilmen beschäftigen. Dadurch entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf die Menschen hinter den Filmen lenken und die zudem unserem Anliegen folgen, echte Doku-Perlen zu empfehlen.

Wer sind Sie und was machen Sie?

Irene Klünder

Irene Klünder: Ich leite seit 2019 das SWR Doku FestivalIch bin Irene Klünder, habe in Biophysik promoviert, beim SDR volontiert, war viele Jahre Reporterin, habe mehr als 20 Dokumentationen für ARD/SWR gemacht, mehrere preisausgezeichnet, war für 7 Jahre Geschäftsführerin des Hauses des Dokumentarfilms und leite seit Oktober 2019 das SWR Doku Festival. Dort bin ich für Organisation und Verleihung des Deutschen Dokumentarfilmpreises und weiterer dazugehöriger Preise verantwortlich.

Was sind für Sie gute Dokus und was mögen Sie daran?

Fasst man Dokumentationen und Dokumentarfilme unter dem Begriff Dokus zusammen, zeichnet diese nicht nur den Versuch der Abbildung der Wirklichkeit aus, sondern insbesondere die Suche nach dem wahren Kern des Erlebten, der Menschen, des Themas.

Wann und wo schauen Sie Dokus (am liebsten)?

Da ich berufsbedingt sehr viel schaue, kann ich diese Frage kaum beantworten. Ich schaue im Fernsehen, im Kino, auf den unterschiedlichen Formen von Monitoren. Eine großen Dokumentarfilm schaue ich am Liebsten im Kino.

Welche Doku haben Sie zuletzt gesehen?

Da ich gerade aus 122 Dokumentarfilmen die Vorjury und die Jury betreut habe, kann ich dies gar nicht beantworten. Im privaten Umfeld war es ein Dokumentarfilm zum Thema Natur.

Welche Doku hat Sie besonders bewegt?

»War Photographer« von Produzent und Regisseur Christian Frei aus dem Jahr 2001.

»War Photographer« im Internet ansehen

Prime Video: War Photographer

Prime Video: War Photographer»Die Oscar-nominierte Dokumentation zeigt die gefährliche Arbeit des Kriegsfotografen James Nachtwey. Zwischen Mai 1999 und November 2000 begleitete der Regisseur Christian Frei den US-Amerikaner in diverse Krisengebiete der Welt.«

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#dokuliebe via Irene Klünder

Welche Doku hat Sie zum Staunen oder Lachen gebracht?

»Das Wunder von Taipeh«. Es hat mich sowohl zum Staunen als auch zum Lachen gebracht.

»Das Wunder von Taipeh« im Internet ansehen

mindjazz pictures: Das Wunder von Taipeh

»1981 lud Taiwan zu einer ersten Fußballweltmeisterschaft der Frauen ein – zu einer Zeit, als der DFB den Frauenfußball, der in Deutschland bis 1970 offiziell verboten war, mehr duldete als förderte. Da die Gründung einer Frauennationalmannschaft für den DFB bis dato nicht von Interesse war, ging die Einladung an die deutschen Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach.«

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#dokuliebe via Irene Klünder

Welche Doku ist schwer anzuschauen, aber wichtig?

Jede Doku, die einen im Tiefsten berührt, kann ggf. hart zu schauen sein und ist zugleich wichtig, weil sie offenbar etwas bewirkt. Es ist jedoch immer eine Frage der Grenze, wenn es zu hart und damit kontraproduktiv wird. Hier sind die Empfindsamkeiten der Menschen sehr unterschiedlich. Ist für einen Menschen die Überfischung der Meere, das Abschlachten von Walen, die Zerstörung der Natur unerträglich, sind es für andere Filme über Genitalverstümmelung von Frauen, Leid ausgelöst durch Krankheiten, Kriegsreportagen und für die Dritten die ungleiche Verteilung von Ressourcen in jeder Form.

Wo finden wir Sie im Internet?

Ich existiere real.

 

Foto (c) SWR


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