Annette Schwindt über die Romane von Cathleen Schine

Annette Schwindt wollte wie so viele eigentlich einen Roman schreiben. Doch daraus wurde (noch?) nichts. Zuerst jobbte sie als Literaturkritikerin bei einer Tageszeitung, dann veröffentlichte sie Glossen und Kurzgeschichten, wurde in Buchprojekte von anderen involviert, begann zu bloggen. Inzwischen hat sie sich als Fachbuchautorin einen Namen gemacht und berät Verlage bei ihren Aktivitäten im Social Web. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen mit Büchern und deren Geschichte:

Während meines Studiums empfahl mir eine Freundin „Rameaus Nichte“ von Cathleen Schine. Wir steckten damals in den Examensvorbereitungen und waren in  unseren damaligen Beziehungen nicht so wirklich glücklich. Da war dieser Roman gerade die richtige Ablenkung: Eine Literaturwissenschaftlerin entdeckt in einem vordergründig philosophischen Manuskript aus dem 18. Jahrhundert ein für die damalige Zeit geradezu frivoles Stück Literatur, das mehr und mehr auf ihr eigenes Leben abfärbt.

Was mir damals aber besonders auffiel, war die Sprache der Autorin und die Authentizität der Figuren. Mein Interesse und meine Neugier waren geweckt: ich wollte mehr! Also durchforstete ich das Web nach weiteren Büchern von Cathleen Schine. Wie sich herausstellte, waren „Rameaus Nichte“ sowie „Der Liebesbrief“ sogar verfilmt worden. Wie so oft sind die Bücher jedoch viel besser als die Filme! Eher was für Frauen, ja – aber auch wesentlich vielschichtiger und intelligenter als es ein Titel wie „Der Liebesbrief“ vermuten lässt.

Tatsächlich haben sich „Der Liebesbrief“ und „Darwins Launen“ (im englischen viel besser betitelt mit „The Evolution of Jane“)  als meine Lieblingsbücher entpuppt. Die anderen  Romane sind auch gut, kommen meines Erachtens aber nicht an diese beiden heran. Immer geht es um eine Frau, die mitten im Leben steht und starke Bindungen zu anderen Frauen in ihrer Familie hat. Meist entpuppen sich diese Bande als die verlässlichsten. Männer dürfen aber auch mitspielen. 😉 Das Ganze spielt im eher intellektuellen jüdisch-amerikanisch geprägten Milieu. Die Bezüge zur Biographie der Autorin sind ziemlich deutlich.

In „Der Liebesbrief“ geht es um die Buchhändlerin Helen, die eben diesen Brief mit unbekanntem Adressaten („Liebes Schaf“) und genauso unbekanntem Absender („Bock“) findet, in dem  die Frage gestellt wird: „Wie verliebt man sich?“. Auf ihrer Suche nach der Herkunft des Briefes findet sie ihre eigenen Antworten. Auch solche, an denen sie lieber nicht gerührt hätte…

In „Darwins Launen“ wird die frisch geschiedene Jane zur Ablenkung zu den Galapagos-Inseln geschickt, wo sich herausstellt, dass ihre beste Freundin aus Kindheitstagen, Cousine Martha, die Reiseleitung hat. Jane möchte endlich klären, warum sich die beiden damals aus den Augen verloren haben. Ist aber nicht so einfach in einer Reisegruppe von Darwintouristen, die sich auf einem Schiff zwischen kahlen Inseln drängen …

Wie schon bei Roger Bichelberger habe ich auch Cathleen Schine über ihre Website und dann hier auf Facebook wiedergefunden und auf „Ich mach was mit Büchern“ aufmerksam gemacht. Dort hat sie im Dezember 2009 auch das IMWMB-Interview und mir auf meiner Website Fragen zu ihren Büchern beantwortet.

Cathleen Schine bloggt auf www.cathleenschine.com und schreibt auch für die New York Times.

Bildquelle: NamensnennungKeine kommerzielle NutzungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Annette Schwindt

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