Theresa Kalmer: Gemeinschaft entsteht für mich im öffentlichen Raum

Wir mögen Menschen, die Menschen zusammenbringen. Deshalb stellen wir sie in unserer Menschenvernetzer*innen-Interviewreihe regelmäßig hier im Blog vor. So entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die sonst andere auf die Bühne heben, und die zeigen, wie Gemeinschaft heute in den unterschiedlichsten Kontexten erfolgreich gelebt werden kann. – Alle Interviews sind im Nominierungspool für den ORBANISM AWARD, der herausragende Menschenvernetzer*innen auszeichnet.

Wer sind Sie und wie bringen Sie Menschen zusammen?

Ich bin Theresa Kalmer und Stadtplanerin. Mein Ziel ist es, Menschen an der Entwicklung ihrer Nachbarschaften und Städte teilhaben zu lassen. Dafür entwickeln wir bei Urban Catalyst, dem Büro in dem ich arbeite, spezielle Formate und Prozesse, die diese teilweisen komplexen Prozesse greifbar machen.

Was bedeutet für Sie Community bzw. Gemeinschaft?

Gemeinschaft entsteht für mich im öffentlichen Raum. Straßen, Plätze und Parks sind Begegnungsräume, die Menschen zusammenbringen, Begegnung ermöglichen und Austausch fördern.

Welches Communityformat oder welche Veranstaltung hat Sie zuletzt so richtig begeistert und warum?

Ich bin großer Fan von temporären Umnutzungen. Sie machen Veränderung im Raum greifbar. Ein vielleicht immer trostlos erscheinender Parkplatz wird so plötzlich ein Treffpunkt und belebter Platz. Der Ort entwickelt für eine Zeit seinen eigenen spezifischen Charakter.

Welche Sprecher*innen, Moderator*innen, Künstler*innen oder Creator*innen haben Sie zuletzt so richtig begeistert und warum?

Am meisten begeistert mich gerade der Mut der Stadt Barcelona mit ihrem Superblock-Konzept. Das Konzept zeigt, wie mit einfachen Mitteln Verkehrsberuhigung in Großstädten umgesetzt werden kann. So wird deutlich, wie in relativ kurzer Zeit große Veränderungen möglich sind – wenn sie gewollt werden.

Welcher ist Ihr liebster Begegnungsraum/Veranstaltungsort und warum?

Das Projekt am Österreichischen Platz in Stuttgart hat mich sehr begeistert. Dort wurde ein Parkplatz für 1,5 Jahre umgenutzt und hat der Stadtgesellschaft Raum für kreative Ideen, Workshops, Diskussionen, Filmabende gegeben. Solche Projekte und Initiativen braucht es öfter!

Welche Community- oder Eventformate gibt es noch zu wenig?

Parkplatzbesetzungen und Fahrraddemos.

Wie messen Sie den Erfolg von Communityformaten oder Veranstaltungen und wie könnte das noch besser gelingen?

Eine Veranstaltung ist dann gelungen, wenn Menschen zusammenkommen, sich zuhören und austauschen. Wenn gemeinsam Ideen stehen, wie die Zukunft zusammen gestaltet werden kann.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Städte, Dörfer, Gemeinden, Kommunen, Bezirke, die die Entwicklung mit den Menschen, die darin leben, zusammen gestalten wollen.

Wo finden wir Sie im Internet?

www.urbancatalyst.de

Und zu guter Letzt: Wem sollten wir diese Fragen auch mal stellen – wer ist aus Ihrer Sicht eine großartige Menschenvernetzer*in?

Kieze, Quartiere, Städte, Dörfer – unsere Lebensräume!

 

Theresa Kalmer ist Sprecherin bei der Abendveranstaltung »Transforming People & Places: Urban Mobility – How Shall We Move Tomorrow?« rund um innovative Raum- und Mobilitätskonzepte sowie nachhaltige Stadtentwicklung von unseren Medienpartnern IDZ Internationales Design Zentrum Berlin und Archimedes Exhibitions. Anmeldung bitte per Mail an presse(at)archimedes-exhibitions.de.

Foto: privat


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