Tanja Laub: Ich bin Vorsitzende des Bundesverbandes Community Management (BVCM)

Wir mögen Menschen, die Menschen zusammenbringen. Deshalb stellen wir sie in unserer Menschenvernetzer*innen-Interviewreihe regelmäßig hier im Blog vor. So entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die sonst andere auf die Bühne heben, und die zeigen, wie Gemeinschaft heute in den unterschiedlichsten Kontexten erfolgreich gelebt werden kann. – Alle Interviews sind im Nominierungspool für den ORBANISM AWARD, der herausragende Menschenvernetzer*innen auszeichnet.

Wer sind Sie und wie bringen Sie Menschen zusammen?

Tanja Laub

Mein Name ist Tanja Laub. Ich bin Vorsitzende des Bundesverbandes Community Management (BVCM) und arbeite freiberuflich als Beraterin für Community Management. Wir vom BVCM vernetzen die hauptberuflichen Social Media und Community Manager in Deutschland und sorgen dafür, dass das Verständnis für das Berufsbild in der Wirtschaft und Gesellschaft besser verankert wird.

Was bedeutet für Sie Community bzw. Gemeinschaft?

Community ist für mich all das, wo Menschen zu einem gemeinsamen Thema für eine gewisse Zeit zusammenkommen. Community ist überall dort, wo sich die Personen miteinander wohlfühlen und sich gemeinsam über ihre Themen austauschen können.

Beruflich bedeutet es für mich aber vor allem, Menschen in der digitalen Welt miteinander zu vernetzen. Was aber natürlich Treffen in der realen Welt absolut nicht ausschließt. Ganz im Gegenteil.

Welches Communityformat oder welche Veranstaltung hat Sie zuletzt so richtig begeistert und warum?

Vor wenigen Wochen hat das alljährliche CommunityCamp stattgefunden. Dieses Jahr ganz neu zu einem anderen Termin und in einer anderen Location als die bisherigen 11 Jahre. Das CommunityCamp ist das alljährliche Klassentreffen der Branche und ich freue mich jedes Jahr aufs Neue Kollegen wieder zu treffen, die ich nur einmal im Jahr dort sehe, und mich über neue Trends auszutauschen. Ich kann das Camp wirklich nur jedem empfehlen, der im Bereich Community Management aktiv ist.

Es gibt auch großartige Konferenzen in dem Bereich, in Deutschland sind das der D2M Summit und der CommunityGipfel. Von den Communityformaten her finde ich die „Sephora Beauty Community“ und „Lego Ideas“ ziemlich cool. Beide Plattformen zeigen, was im Bereich Community Management so alles möglich ist und wie man die Kunden auf großartige Art und Weise mit einbeziehen kann. Großartig finde ich auch die Arbeit von #ichbinhier. Ein Verein, der sich gegen die Verrohung im Internet und gegen Hatespeech einsetzt.

Welche Sprecher*innen, Moderator*innen, Künstler*innen oder Creator*innen haben Sie zuletzt so richtig begeistert und warum?

Puh, schwierig. Generell mag ich Menschen, die eine eigene Meinung haben und diese auch kundtun. Ein Grund, warum ich Twitter so sehr mag, auch wenn das in Deutschland immer noch eher eine Nische ist. Dort trifft man auf großartige Personen und bekommt tolle Inspirationen. Unter dem Hashtag #cmgr gibt es tollen Input zum Thema Community Management.

Es ist schon eine Weile her, dass ich sie gehört habe, aber ich bewundere die Arbeit und Auftritte von Elisabeth Wehling, die sich vor allem mit dem Thema Framing beschäftigt. Besonders bezogen auf die Medienwelt und zu Zeiten von Wahlen. Ihre Auftritte von der re:publica kann ich jedem nur empfehlen.

Ganz anderes Thema, aber ich liebe die Geschichte der Rockin’1000 – die Idee einer einzelnen Person, der Glaube daran und der Zusammenhalt und die Arbeit der Community haben es geschafft, mit einem Lied die Aufmerksamkeit der Foo Fighters zu gewinnen und dass die Band in einem kleinen italienischen Ort gespielt hat. Wer es nicht kennt, hier gibt es das Video:

Der Glaube an sich selbst und die Community kann wirklich Berge versetzen. Alles ist möglich.

Welcher ist Ihr liebster Begegnungsraum/Veranstaltungsort und warum?

Es gibt da keinen speziellen Raum oder Ort. Klar, spielt für mich das Digitale immer auch eine große Rolle. Aber ich mag es generell, wenn Menschen zusammenkommen. Egal wo. Natürlich ist es schöner, wenn es sonnig und warm ist, statt kalt und schmuddelig. Aber sonst … es gibt große Veranstaltungen, wie die re:publica, die sind super. Es gibt die Stammtische von unserem Verband, da kommen ein paar Leute zum Gespräch zusammen, aber die Diskussionen sind immer sehr wertvoll. Unser Job ist sehr digital, da ist es schön, ab und an die Personen mal im realen Leben zu treffen. In Bezug zum Thema Community Management bin ich Verfechter von unternehmenseigenen Plattformen und denke, dass es davon in den nächsten Jahren noch mehr Plattformen geben wird.

Welche Community- oder Eventformate gibt es noch zu wenig?

Da fällt mir ad hoc tatsächlich nichts ein. Es gibt viele Konferenzen und Events aus dem Social-Bereich und mittlerweile auch welche, die sich rein auf Community fokussieren. Das ist super. Denn Community und unterschiedliche Eventformate kann es nie genug geben.

Wie messen Sie den Erfolg von Communityformaten oder Veranstaltungen und wie könnte das noch besser gelingen?

Nicht rein an den Anmeldezahlen. Natürlich sind die wichtig. Aber bei Community geht es vor allem auch um den Austausch. Was haben die Menschen von der Veranstaltung mitgenommen? Daher ist es wichtig, auch zu schauen, okay wie haben sich die Teilnehmer während und nach dem Event öffentlich geäußert. Welche Personen aus dem Vorjahr sind beim nächsten Event wieder mit dabei. Hat denen die Veranstaltung so viel gebracht, dass sie wiederkommen, oder erreicht man nur neue Personen und warum.

Es ist wichtig, dass die Teilnehmer für sich persönlich etwas mitnehmen konnten, sei es eine neue Idee aus einem der Talks, gute Gespräche oder neue Verbindungen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Jeder der gerne etwas über den Verband erfahren möchte kann sich bei mir melden. Wir haben im Verband drei Säulen. Da sind zum einen die Berufsbilder, die wir definiert haben. Was ist ein Social Media Manager, was ist ein Community Manager und was ist ein Corporate Community Manager? Was zeichnet die Berufsbilder aus, welches Können müssen die Personen haben? Wir führen eine unabhängige Zertifizierung von Social Media und Community Managern durch und in unserer Studie zeigen wir den Markt der Professionals. Wie sind die Strukturen? Was verdient man in dem Bereich?

Wo finden wir Sie im Internet?

Unter www.bvcm.org, auf Facebook, Twitter, Xing und LinkedIn.

Und zu guter Letzt: Wem sollten wir diese Fragen auch mal stellen – wer ist aus Ihrer Sicht eine großartige Menschenvernetzerin*?

Eigentlich müsstet ihr diese Frage unseren über 300 Mitgliedern stellen. Denn die vernetzen jeden Tag deutschlandweit ganz viele Menschen in ganz unterschiedlichen Branchen auf unterschiedliche Art und Weise.

 

Der Bundesverband Community Management (BVCM) ist Community-Partner des ORBANISM Kommunikationsfests für Offenheit, Vielfalt und Haltung auf der Frankfurter Buchmesse 2019:

 

Foto: Tanja Laub


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