Akteur*in: Wolf-Rüdiger Eisentraut

“Ist das Moderne oder kann das weg?” – Vom Erhalten und Abreißen 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer. Die Journalistin Danuta Schmidt im Gespräch mit dem Architekten Prof. Wolf-Rüdiger Eisentraut über gute Architektur in der DDR und heute

"Ist das Moderne oder kann das weg?" – Vom Erhalten und Abreißen 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer. Die Journalistin Danuta Schmidt im Gespräch mit dem Architekten Prof. Wolf-Rüdiger Eisentraut über gute Architektur in der DDR und heute

Ein Dachgarten mit grüner Oase und ein lichtdurchflutetes offenes Treppenhaus für die Bibliothek, für das FreizeitForum Marzahn eigens entwickelte Säle und Räume für Sport und Erholung – so zukunftsweisend in Sachen Gestaltung und Nachhaltigkeit baute ein Planungs-Team um den Architekten Prof. Wolf-Rüdiger Eisentraut in Marzahn, als gerade die Mauer fiel. Während andere Ländergrenzen überwanden, ihren Arbeitsplatz verloren oder im Westen eine neue Identität suchten, gab es Menschen, die sich mit dem, was die DDR an Gutem hervorbrachte, weiterhin beschäftigten.
Der 30. Jahrestag des Mauerfalls ist der perfekte Anlass, Danke zu sagen. Es ist ein guter Anlass, zurückzublicken, den Wandel der ehemaligen DDR und den damit verbundenen Aufbau Ost differenzierter unter die Lupe zu nehmen und zu erforschen, wie dieser sich in architektonischer Hinsicht manifestiert hat oder eben nicht. Das FreizeitForum Marzahn gehört wie auch der Berliner
Fernsehturm, der Müggelturm oder die Bauten von Ulrich Müther (in Binz, Baabe, Warnemünde, Magdeburg oder Lybien) zur so genannten Ostmoderne. Denkmalpfleger und Kunsthistoriker versuchen derzeit, diese Schätze zu retten, indem sie für mehr Respekt und Wertschätzung dieser in Beton gegossenen und Stein gehauenen sozialistischen Geschichte plädieren.