Verlegen im Netz: Vortrag beim Salon Sophie-Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

 

Salonthema:
Ist Sprache eine Waffe?

 

Ich lese heute einen fertigen Vortrag ab. Warum ich nicht frei spreche und auch keine Präsentation zeige, hat mit der Waffenfähigkeit von Sprache zu tun. Eigentlich meide ich das Bildfeld Krieg für den Bereich Literatur und Sprache konsequent, aber wenn es nun schon im Titel des Salons steht, werde ich heute mal aus allen Kanonen feuern.

»Wer wildfremde Menschen aus einem anderen Land zu sich nach Hause einlädt, kann kein böser Mensch sein, oder?«, schreibt David Wagner in seinem Text für die vom Goethe-Institut 2017 bei FROHMANN herausgegebene E-Book-Reihe Hausbesuch. So ähnlich hätte ich bis ungefähr 2015 auch die Netzkultur und das Verlegen im Netz beschrieben. Für ein paar Jahre las, schrieb, verlegte, sozialisierte ich im Netz, nicht ausschließlich, aber in erheblichem Maße. – So nehme ich bis heute grundsätzlich keine angebotenen Manuskripte an, sondern suche mir Mitwirkende, Themen und Texte selbst im Netz zusammen.

Verlegen bedeutet im Internet etwas ganz anderes als in der Buchkultur. Im Netz, insbesondere in den sozialen Netzwerken, publizieren, anders als im Real Life, nicht weltweit tausende Verlage die Inhalte von Hunderttausenden Autorinnen – ich benutze heute absichtlich das generische Femininum, sollten Sie sich davon intellektuell angegriffen oder ästhetisch verletzt fühlen, habe ich schon performativ bewiesen, dass Sprache eine Waffe ist.

Im Netz publizieren Milliarden Menschen technik- und plattformgestützt Inhalte von sich selbst und anderen. Die Wenigsten haben dabei eine klare Auffassung von sich als Autorinnen oder gar Schriftstellerinnen. Menschen wie ich, die gleichzeitig Teil der neuen Netz- und der klassischen Verlagskultur sind, beobachten eine mehr oder weniger große Gruppe dieser emergierenden Autorinnen und tragen an einige, die interessant erscheinen, die Vorstellung, eine Schriftstellerin zu sein, heran.

Wenn sich klassische Verlage in den vergangenen Jahren Autorinnen aus dem Netz gecastet haben, geschah dies meist in dem Irrglauben, eine große Followerschaft bedeute automatisch hohe Verkaufszahlen. Tatsächlich aber erzeugte so ein Buchvertrag oft eher Neid als Support und wurde nicht selten als Ausverkauf der Netzkultur betrachtet.

Im Internet publiziert man, noch vielmehr als beim klassischen Schreiben, immer auch Vorstellungen und Entwürfe von sich selbst; die Digitalisierung hat nicht nur das Self-Publishing mit sich gebracht, sondern auch das, was ich »Selfie-Publishing« nenne. Ich zitiere aus meinem im Februar erscheinenden Buch Präraffaelitische Girls erklären das Internet:

»Selfie-Publishing ist die Selbst-Performance von Menschen in sozialen Medien, die in Wirkungsschleifen mit der digitalen Selbst-Performance anderer Menschen zur Erzeugung eines fluiden Avatar-Images führt.« (Präraffaelitische Girls, 135)

Im Netz scheinen viele Menschen, zumindest für eine gewisse Zeit, einen Raum gefunden zu haben, in dem sie ihr Ideal-Image cosplayen, also sich selbst, wie sie gerne sein würden, spielen und erproben können.

Dabei ist Sprache zunächst einmal ein neutrales Mittel, ein Tool, um in Gestalt des eigenen Avatars zu kommunizieren, Wissen zu vermitteln, zu unterhalten, Emotionen auszulösen, poetisch zu wirken. Zur Waffe wird sie erst, wenn man es will und wenn man es auch vermag, sie manipulativ zu zu nutzen. Letzteres ist, wie zu zeigen sein wird, wie vieles anderes im Netz zugänglicher und einfacher geworden.

Das Gehirn verwandelt ja jeden Input, nicht nur visuellen, in bewegte Bilder, in Filmchen und Filme, die dann mehr oder weniger gut zugänglich mental archiviert werden. Das Netz hat diese Mapping-Prozesse auch für Laien plausibler gemacht: In den Chats ist Schriftlichkeit mündlicher geworden, mit den Emojis und den Wortbild-Memes bildlicher.

Von 2012 bis 2016 habe ich, beeinflusst von der Meme Culture im Netz, sehr stark bildgestützte Vorträge gehalten. Ich notierte dazu im Vorfeld kurz Punkte, über die ich sprechen wollte und suchte dann Bilder heraus, die für mich jeweils einen dieser Punkte symbolisierten, oft mittels oder inklusive eines witzigen Drehs. Niemals waren dies Bilder, die zum gegebenen Zeitpunkt bereits als allgemein plausibles Symbolbild für das zu betrachtende Phänomen zur Verfügung standen, was auch daran liegt, dass ich selten über Phänomene spreche, die so klar konturiert wären, dass die Existenz von allgemein vereinbarten Symbolbildern für sie wahrscheinlich ist. Insofern ist »Symbolbild« auch nicht ganz zutreffend, besser wäre »Schlagbild«, so wie diese Phänomene ja auch mit Hashtags, Schlagworten, vorläufig bezeichnet werden, weil sie nicht – noch nicht oder nie – begrifflich fassbar sind. Ein Großteil der Kommunikationsprobleme im Internet rührt daher, dass Menschen Hashtags mit Begriffen verwechseln. Das Netz ist ein famoser performativer und ein lausiger hermeneutischer Raum.

Zurück zu meinen Vorträgen. Ich baute die Bilder in einer Reihenfolge, die mir narrativ sinnvoll erschien, in eine schriftsprachfreie Präsentation ein und hielt dann – lose angelehnt an Kleists Aufsatz Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden von 1805 – meinen Vortrag frei assoziativ beim Bilderbetrachten.

Im Grunde fußt meine gesamte Poetologie beim hybriden Schreiben und Verlegen im und übers Netz auf einigen wenigen alten literarischen Texten: von Kleist neben dem genannten Aufsatz noch Über das Marionettentheater und dann noch Kafkas Vor dem Gesetz und Der Proceß. Ich habe diese Poetologie aber nicht vorsätzlich nach diesen Texten entwickelt, sie ist vielmehr emergiert, also in Wechselwirkungen meines eigenen Schreibens und Publizierens im Netz entstanden; ich habe dann in den klassischen Texten Bilder gefunden, um diese plausibel für mich und andere zu beschreiben. Dabei ist mein Anteil in diesen Wechselwirkungen wiederum von diesen klassischen Texten beeinflusst gewesen, weil diese ja als mich prägende plausible Bilder bereits mental in mir vorhanden waren. Nicht standing on the shoulders of giants, eher, sie verschluckt haben. Nicht, wie Harold Bloom es nennt, »Einflussangst«, sondern entspanntes Einfließenlassen innerer und äußerer Einflüsse. »Go with the flow« ist schon lange zu einem Marketingspruch verkommen, aber es ist dessen ungeachtet immer noch ein gut funktionierendes poetisches Prinzip. Man muss ja nicht mit geschlossenen Augen schwimmen.

Im Netz fühlen sich Raum und Zeit anders an als in der physischen Realität, ich beschreibe dies mit dem Begriff des »Instantanen«.

»Das Instantane ist der Unmittelbarkeits-Zeit-Raum, der sich in sozialen Medien mit chronologischer Timeline eröffnet, worin in Wirkungsschleifen Lesen, Schreiben und Publizieren, Bobachten, Sichbeobachten und Beobachtetwerden, Monolog und Dialog, Leben und Dokumentation, Nähe und Ferne, Reiz und Reaktion, Erfahrung und Erinnerung, Kommunikation und Literatur, Symbolisches und Virtuelles sowie Autorin und Figur ineinanderfließen.« (Präraffaelitische Girls, 136)

Instantan waren eben auch meine assoziativen Bildvorträge, bei denen ich immer einige wichtige Aspekte vergaß, die ich vorher schon einmal dazu gedacht oder mir angelesen hatte, bei denen mir aber auch immer auch immer neue gute Gedanken kamen, mit denen ich mich dann später reflektiert auseinandersetzen konnte.

Der Text, den ich jetzt hier vorlese, versucht, das Instantane zu simulieren, er ist in einem Zug runtergeschrieben, so wie es ein Topos – vor allem des 18. Jahrhunderts – für die Entstehung vieler Romane behauptet. Dieses In-einem- Zug-Schreiben entspricht der mittlerweile überall abgeschafften chronologischen Timeline in vielen sozialen Netzwerken, wo je nach WLAN-Stabilität mehr oder weniger in Echtzeit abgebildet wurde, was die Menschen bzw. Accounts, die mit einem verbunden waren, gerade an Inhalten publizierten. Die von einem selbst geposteten Inhalte fügten sich unwillkürlich in diesen Fluss ein, so entstanden transpersonale Folgen und Konstellationen von Inhalten, die mitunter hochpoetisch wirkten und manchmal auch Erkenntnisse und Gefühle ermöglichten, die einzelne Teilnehmende willkürlich nicht hätten erzeugen können. – Wie eine aktualisierte, digitale Variante von Horace Walpoles, längst ebenfalls vom Marketing vereinnahmter  »Serendipity«, jener ungesuchten Erkenntnis beim Suchen nach etwas anderem, nur dass man hier vielleicht beim Onlinegehen, Onlinebleiben, Onlinesein nicht einmal etwas Konkretes gesucht hatte, außer vielleicht etwas Partizipation, Zugehörigkeit und gefühlter Lebendigkeit.

»Och, da gehn wir bis halb neune inne Stadtbibliothek. Da is es auch warm. Da kannste Zeitung lesen und Romanbücher, hast einen Stuhl und schön hell is es auch«, heißt es in Ernst Haffners »Berliner Cliquenroman« Blutsbrüder von 1932. Man kann Orte auf ganz verschiedene Weise nutzen, was sehr schön ist.

Eigene und fremde Zitate fallen mir beim Schreiben ein, so als ob mein Gehirn ein anderer Account wäre, der mich kommentiert oder ältere Inhalte von mir repostet.

Bei meinen Bildvorträgen, die vor allem im Katersalon ihren Raum hatten, gab es nie einen Hauch von Widerspruch; die Besucherinnen waren über die Maßen affirmativ: Die Verlegerin Nicola Richter schrieb mal: »Ich bin immer inspiriert nach Hause gegangen, auch überrascht und fröhlich und popkulturell aufgeklärt« und der Open-Source-Experte Markus Neuschäfer: »Es gelingt Seltenes: ein belebendes Neuverstehen von Angelegenheiten, denen man sämtlich nicht anmerkt, dass sie auch anders möglich sind.«

2015/16 hörte mein Verlegen auf, sich nur mit Ästhetik zu beschäftigen. Ich wurde, wir wurden  politischer. Ich begann, zusammen mit der Journalistin Michaela Maria Müller und der Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan die Gesprächs- und Publishingreihe An einem Tisch zu betreuen, wo es darum geht, andere Stimmen hörbar zu machen.

Die genuin digitalen Texte von 0x0a verlegte ich zu dieser Zeit schon, aber ich nahm sie, würde ich aus heutiger Sicht sagen, noch mit einem rein ästhetischen Interesse wahr, sie wirkten dadurch im Programm wie eine Zeitkapsel, denn als ich einen verlegerischen Kurswechsel vornahm, waren sie praktischerweise schon auf dem neuen Kurs. Dieser neue Kurs hieß und heißt: poetische Störung, Datendada.

»Datendada ist das Einnehmen der Haltung des historischen Dada aus genuin digitaler Perspektive, um aufs neue politisch reaktionäre Tendenzen mit ästhetisch-poetischen Mitteln wahrnehmbar zu machen und zu stören. Das Reproduzieren von historischen Dadatechniken mithilfe von digitalen Mitteln ist kein Datendada.« (Präraffaelitische Girls, 137)

Meine Vorredner hier beim Salon, Hannes Bajohr und Gregor Weichbrodt von 0x0a, machen Datendada. Ich verlegte 0x0a schon, bevor ich wusste, dass ich Datendada verlegen möchte. Ich bin auf die Vorstellung von Datendada gekommen, weil ich 0x0a verlege. Ich kann 0x0a als Datendada beschreiben, weil wir gemeinsam im Flow sind.

Ende 2016, Anfang 2017 verlor ich schlagartig die Freude an meinen Bildvorträgen, und zwar, als mir klar wurde, dass sich nicht nur unpolitische oder wohlmeinend linke Netzmenschen, sondern auch reaktionäre und faschistoide Personen und Gruppen erfolgreich der Meme Culture bedienten, frustrierenderweise mitunter sogar virtuos. Ich verstand, dass auch der Mechanismus meiner Vorträge extrem leicht für Propaganda benutzbar war, aber vor allem, dass ich es nun als meine neue Aufgabe ansehe, mich und andere wieder davon zu entwöhnen, sich von Bildern kontextlos einlullen zu lassen.

Auch ich hatte Menschen eingelullt, wir waren fröhlich und inspiriert gewesen, aber wir hatten uns gleichzeitig immer weiter daran gewöhnt, denkfaul Bilder auf uns wirken zu lassen. – Außerdem simulierte man da einen Flow, den es im Netz mittlerweile gar nicht mehr gab, agierte also unwillentlich nostalgisch.

Früher hieß die Timeline bei Facebook »Chronik« und in anderen sozialen Netzwerken »Pinwand«, was viel zu statische Bezeichnungen für den das Selbst mit sich nehmenden und aufhebenden Flow der Posts und Kommentare gewesen waren. Heute würde »Chronik« zur Facebook- und auch zur Twitter-Timeline passen, denn die Algorithmen bestimmen jetzt, was ich sehen und damit auch, worauf ich inhaltlich und emotional reagieren soll und kann. Sie geben vor, wie meine Netzperformance von anderen wahrgenommen werden soll und kann. Facebook bestimmt sogar, was aus meiner Internetvergangenheit erinnerungswürdig erscheint und deshalb von mir erneut kommuniziert werden sollte.

Die sozialen Netzwerke haben mit der Unterbrechung des Flows ihre Nabelschnur durchtrennt, um besser vermarktbar zu sein. Damit haben sie das, was ihre Lebendigkeit ausmachte, zerstört, aber dabei immerhin ungewollt auch die Mechanismen der algorithmischen Manipulation transparent gemacht.

Die Abschaffung der chronologischen Timeline, auf Twitter erfolgte sie 2016, ist nicht der erste und nicht der einzige Sündenfall im Netz, aber der, der jenes schöne, global zugängliche un- oder halbbewusste Schreiben und Publizieren beendet hat.

Die Userinnen merken dies oft erst jetzt. Es ist, als hätte sich ein unbemerkter Bombeneinschlag ereignet, der einen gemeinsamen Lebensraum zerstört und dessen Bewohner voneinander getrennt hat. Bill Gates beendete einst mit Microsoft die Utopie der freien Software; die Abschaffung der chronologischen Timeline hat die Utopie der sozial freien Netzwerke zerstört.

Mein Text hier ist so aufgebaut, dass er einer mentalen chronologischen Timeline entspricht, so, als ob ich Sachen ins Netz postete, auf die dann andere, hier sind es ausnahmsweise keine Menschen bzw. Accounts, sondern bestehende Texte: fremde, im Zitat zu eigen gemachte und eigene, im Selbstzitat befremdete. – Eine chronologische Timeline ist ja letztlich nichts anderes als ein transpersonaler stream of consiousness, oder besser, ein Sichtbarwerdungsfluss. Eine nicht chronologische Timeline wäre entsprechend ein Sichtbarwerdungsfluss nach einem Trauma.

In den sozialen Netzwerken hat sich der Flow in die Chats umgeleitet. Ich habe ihn für mich und meine Verlagsarbeit bei FROHMANN und ORBANISM partiell ins Off übertragen, schreibe und verlege 2018 nach Prinzipien, die ich im Netz gelernt oder zumindest trainiert habe.

Mein verlegerischer Blick aufs Netz hat sich geändert. Sah ich vorher eher um mich und nach vorne, blicke ich jetzt in die jüngere digitale Vergangenheit und arbeite wirklich als Chronistin. Ich löse Teile des vergangenen Flows heraus und gebe ihm einen neuen Raum in Gestalt klarer, schöner, ruhiger Buchseiten. Das funktioniert erstaunlich gut. Außerdem lote ich jetzt jede erdenkliche Form von digital avantgardistischen Projekten aus, um der Stasis im Netz entgegenzuwirken und um die neuen Rechten zu stören, wo und wie ich nur kann. Verlegen im Netz ist für mich kein bezauberndes Spiel mehr, aber ich verfolge den neuen Ernst mit den beim Spielen gelernten Techniken und Stilmitteln.

Das Netz hat ästhetisch und gesellschaftlich die Sprachwaffengesetze gelockert. Man muss heute keine journalistische, schriftstellerische oder pädagogische Ausbildung mehr haben, um Sprache als Waffe benutzen zu können. Das ist wunderbar, solange Menschen dies nutzen, um auf Unrecht hinzuweisen, unterdrückte Stimmen hörbar zu machen und sich gegen repressive Strukturen zu wehren. Das ist grauenhaft, wenn Menschen dies nutzen, um Unrecht zu erzeugen, Stimmen zu unterdrücken und repressive Strukturen zu stabilisieren.

Das Internet befindet sich im Krieg. Nicht alle können es schon fühlen und sehen. Sprache in allen Facetten ist darin die Waffe, und Code ist die wichtigste Sprache im Netz: Programmiersprache verbindet und trennt, sie erzeugt Sichtbarkeit, Plausibilität, Realität.

Die nächste europäische, besser, globale Aufklärung, muss die Kenntnis von Programmiersprachen zum Menschenrecht erheben, damit Code als poetische und soziale Waffe genutzt und weniger leicht für Propaganda missbraucht werden kann.

In Kafkas Proceß sagt einer der Wächter zu Josef K.: »Sie werden es zu fühlen bekommen«, nachdem an anderer Stelle über ihn gesagt wurde: »ihm kann man nichts begreiflich machen«.

Meine wichtigste poetologische Kategorie heißt »Performative Aufklärung«, darunter verstehe ich »das Versetzen von Menschen in Situationen, in denen sie angstfrei ›am eigenen Leib‹ Erfahrungen mit Phänomenen machen können, die ihnen oder allen Menschen noch oder grundsätzlich rational unbegreiflich sind.« (Präraffaelitische Girls, 138)

Als Maßnahme performativer Aufklärung verlege ich jetzt gezielt Bücher und E-Books, die nicht versuchen, komplexe Phänomene oder verhärtete Diskussionen rational aufzulösen, sondern es Menschen ermöglichen, ein Gefühl dafür zu bekommen, das zum Selbstdenken anregt. So wie die Titel von 0x0a.

Wie einführend erwähnt, spreche ich nicht gern in Kriegsmetaphern, ich ziehe physisch und virtuell den gewaltlosen Widerstand vor. Verlegen im Netz, das sich fortwährend beobachtet, analysiert und modifiziert, kann dies sein.

 

Christiane Frohmann,
Salon Sophie-Charlotte
Berlin, den 20. Januar 2018