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Alle sprechen von der Krise der Mode. Dabei hat die Frage ›Was ziehe ich heute an?‹ nichts von ihrer lebensgestaltenden Dringlichkeit eingebüßt. Mode ist Lebendigkeit, Freiheit, Individualität, Geborgenheit. Ja, Mode ist auch Zwang, Schmerz, Unzulänglichkeit, Verzweiflung. Die Realität von Mode ist ambivalent.

Moden sind auch nicht an oder für sich gut oder schlecht, schön oder hässlich: Sie werden dazu, wirken so innerhalb spezifischer Kontexte, den Geschmackskonventionen und sozialen Verfasstheiten. Moden werden auch keinesfalls nur von oder für Eliten geschaffen – Mode ist eine soziale Praxis, an der jede*r partizipiert.

In der Krise steckt Mode nur als hermeneutisch interpretierbares und soziologisch deutbares Massenphänomen. Längst ist an die Stelle ›der Mode‹ und linearen Trends eine Vielzahl von Styles und Microstyles getreten, die sich durch ein fluides Mischverhältnis aus Inhalten und Performanz auszeichnen. Klassische Jugend- und Subkulturen wurden durch netzkulturelle Bewegungen ersetzt oder ergänzt.

INVENTUR wird deshalb als Gegenwartsmode vestimentäre ebenso wie virtuelle Styles und Styler in den Blick nehmen.

Bei INVENTUR wird Mode als ästhetisches Feld betrachtet, das Vorstellungen sowie Begriffe von Status, Geschlecht und Schönheit zugleich verhandelt, reproduziert und potenziell auflöst.

INVENTUR beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen und technologischen Verhältnissen, in denen Styles entstehen.

INVENTUR versteht Warenästhetik als Kerndisziplin einer Popkultur, die sich nicht länger über Haltungen, sondern über Dinge definiert. Im Netz ist zusätzlich die symbolische Währung Aufmerksamkeit hinzugekommen.

INVENTUR versteht Stilkritik als Basiskompetenz in einer visuellen und virtuellen Welt.

INVENTUR bringt konsumierende, bloggende und forschende Menschen zusammen, um die Performanz und Bedeutung aktueller Stilphänomene zu erkunden.

INVENTUR besetzt mit Blick auf Mode und Styles den beweglichen und freien Raum zwischen Archivwissenschaft und kuratierter Marketing-Erzählung.

INVENTUR beobachtet und publiziert emergierende Modegeschichte.

INVENTUR bringt konsumierende, bloggende und forschende Menschen zusammen, um die Performanz und Bedeutung aktueller Stilphänomene zu erkunden.

frohmann & weis

Christiane Frohmann ist Autorin und Verlegerin mit Fokus auf digitaler Kultur und virtuellen Styles. Sie studierte an der FU Berlin und an der Yale University, New Haven Literaturwissenschaften und Philosophie. Im Bereich Stilkunde gilt ihr besonderes Interesse performativen sowie darken Jugend- und Netzkulturen.

Diana Weis ist freie Autorin und Modejournalistin. Sie studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Kommunikationswissenschaft in München und Berlin. Sie unterrichtet Modesoziologie und Ästhetik an der Universität Hamburg sowie Modetheorie an der AMD Berlin. Neben textilen Modephänomenen interessiert sie sich stark für ästhetische Selbsttechniken und Schönheitsnormen. Sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Dissertation an der Universität Hamburg, in der sie die soziokulturellen und bioästhetischen Implikationen des „Botox-Booms“ untersucht.

k o n t a k t

Christiane Frohmann: cf AT orbanism.com, Diana Weis: diana.weis AT gmail.com

In der Vergangenheit haben Frohmann und Weis u. a. bei den Anthologien COOL AUSSEHEN (2012) und BERLIN UNSCHICK (2014) zusammengearbeitet.