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innerergriff
die toten stillen meinen gesang
löschblättern
dein schwindend gesicht
in meiner hand
der schwarze spiegel
einmal mehr: weltentwurf
mich und mir geraubt
vor allen anderen
wo ich mich doch kaum erkannte
du mein innerergriff
der du mir mit der endlichkeit
und dem wissen
dass es darüber hinaus
keine sprache mehr gibt
den kopf verdreht
was hast du an mir geräubert
tag für tag
lauernd lautlos
erosionsertrag
in den nächten mich betrachtet
wie einer der zu warten vermag
nichts rinnt mir so durch die finger
wie dein geliehen mass
was wollen wir einander ertanzen
lauter gebanntes
in die zellen gebrannt
du schweigst mich spiegelblind
deine nähe lässt mich sinken
du traumfransiges atemhol
das ich mutwillig beschimpfe
um dir nicht zu schnell in die arme
fallen zu müssen
in deinem blick
ist mir viel zu viel gleichmut
und warten können
alles was ich nicht kann
mit jedem moment
schiebst du mein wollen
tiefer in dich
wie auch immer ich mich gebe
noch fehlt dir mein geflamm
vereint im ungewusst erlebten
trink mir gezeitenrausch
eine königin in nächtens reich
eine sprachlosigkeit
sobald ich glaube
mich deiner nähe
versichert zu haben
löst sich alles auf
zurück geglitten
in tang und dunkle fieber
lallend umschreibung
dickicht wie karpfenleiber
mündungen und schuppen
ganz aufgeweicht
in flussarmen am ertrinken
steine in der tasche
damit auf grund zu gehen
ohnmächtiges weiter
wo du doch jeden tag gerufen hast
in mir
als einer aller
als der gültigste
noch nicht den dunst
über der flusshaut
zu ende geatmet
oh – sie flüsterten bestimmt
und tranken in abwesenheit
meine gelächter
meine sinnlosen tränen
ein wucherndes wir
träume hinter schleiern
die müdigkeit der erinnerung
an unsere kalten fersen geheftet
reine ahnung
kein gesicht noch
ich hätte blumen gesagt
fallsüchtiges blütengeblätter
du lehrst mich erst den schmerz
etwas später wie man lose enden knüpft
wie man spiegel zärtlich hält
darauf sein innerstes zu hauchen

rahel müller

*

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