CHRISTIANE FROHMANN

Digitalisierung ist für mich ein kulturell hochinteressanter Wandlungsprozess, der für Menschen fortwährend neue Möglichkeiten hervorbringt. Es ist die genaue Beobachtung der Art und Weise, wie im Zuge dessen Phänomene entstehen und sich verändern, die es möglich machen wird, jeweils nützliche von schädlichen Tendenzen zu unterscheiden und Erstere zu stärken.

Mir erlaubt die Digitalisierung u. a., gleichzeitig Unternehmerin und Mutter sein zu können, das im Studium Gelernte auf ein neues, nicht institutionelles Level zu bringen, ohne Ressourcenverschwendung mit hunderten von Menschen in ständigem Austausch zu stehen und Projekte, wo es keinen Sinn macht, nicht vom Ende her zu denken.

Ich betrachte es als Geschenk, zur Übergangsgeneration zu gehören, die in der vordigitalen Zeit aufgewachsen ist, den digitalen Wandel aber angstfrei miterlebt und -gestaltet. Digital native, jenes Konzept über biologisches Alter definierter Digitalität, erschließt sich mir nicht. Das Digitale ist eine Haltung, deren Motto sein könnte: Go with the flow, während du fortwährend beobachtest, analysierst und skalierst.

In den letzten Jahren habe ich in Vorträgen und Seminaren, teils in Branchen-, teils in akademischen Kontexten, Menschen darin angeleitet, sich neuen kulturellen Phänomenen spielerisch zu öffnen, um eigene Erfahrungen damit zu machen und so Verständnis zu entwickeln. Aktuell versuche ich, Menschen aus dem Literatur- und Publishing-Bereich für eine ‚aufgeklärte‘ Netzperformanz zu gewinnen, die gesellschaftliche Vorbildwirkung haben könnte.

Menschen und Literatur sind, was mich am meisten interessiert, Menschen und Literatur bestimmen meine Arbeit als Verlegerin und Veranstalterin bei ORBANISM und im Frohmann Verlag.

ORBANISM und seine Satellitenprojekte machen Leander Wattig und ich, seit wir uns als geistesverwandt erkannt haben – als Menschen, die besondere Freude am Grenzverwischen und Neuanordnen haben. Wir wollen nicht Geschichte schreiben, sondern Geschichten ermöglichen, statt Werken schaffen wir lieber Atmosphären.

Dabei kann man uns als Event-Partner oder Sponsor unterstützen, damit kann man uns oder mich aber auch beauftragen: als Vortragende, Dozentin, Kuratorin, Verlegerin, Herausgeberin, Autorin, Event- und Publishing-Konzepterin.

TERMINE

ORBANISM SPACE
11. bis 15. Oktober 2017
Frankfurter Buchmesse
Halle 4.1, B91

Programmkuration und Gesamtmoderation
(mit Leander Wattig)

 

Let’s Play: Genuin digitales Publishing als Sphäre literaturwissenschaftlicher Performanz
Seminar in Allgemeiner und Vergleichender/Angewandter Literaturwissenschaft
WS 2017/18, alle zwei Wochen, Beginn 19.10.
Donnerstag, 16 bis 20 Uhr
FU Berlin

Gemeinsam mit Studierenden wird nach einer neuen, digitalen Literaturwissenschaft gefragt, welche nicht mit den Digital Humanities gleichzusetzen ist, sondern ein erweitertes Verständnis aufklärerischer und akademischer Arbeit meint: das bewusste, manchmal auch halbbewusste Mitwirkenlassen der eigenen digitalen Partizipation. Dazu werden genuin digitale Literatur und digitales Publishing in vielen Facetten beobachtet und beschrieben sowie als mögliche Sphären für eine »vernünftige digitale Performance« analysiert. Studierende werden angehalten, ihre vorhandene Nutzererfahrung mit digitalen Plattformen und Formaten einzubringen und angeleitet, zu deren Beschreibung literaturwissenschaftliche Mittel anzuwenden bzw. neu zu entwickeln. Begleitend werden Texte (teilweise Auszüge) von Hannes Bajohr, Florian Cramer, Annette Gilbert, Kenneth Goldsmith, Franz Kafka, Heinrich v. Kleist, Ruth Klüger, Charlotte Perkins Gilman, Virginia Woolf u. a. gelesen. Ziel des Seminars ist es, dass die Studierenden mittels theoretischer und praktischer Selbstversuche lernen, ihre Partizipation im Netz als Teil ihrer wissenschaftlichen Performanz, aber durchaus auch einer möglichen Publishing-Karriere, zu betrachten und zu genießen. Ausdrücklich nicht das Ziel ist es, Studierende zu reichweitenstarken Twitterern, Instagrammern oder YouTubern auszubilden, denn entsprechende akademische Angebote sind absurd – warum das so ist, werden die Studierenden nach dem Seminar wissen.

 

Literatur und Öffentlichkeit II
»Publishing und Öffentlichkeit – alte und neue Formen der Vermarktung« (Gespräch)
23. Oktober 2017, 18:30 bis 22:00
Literaturhaus Zürich

Mit Peter Haag (Kein & Aber Verlag, Zürich) und Marcus Hünnebeck/Kirsten Wendt (Selfpublisher)

 

Vortrag von Christiane Frohmann
Digitales Lesen
Goethe-Institut Brüssel
21. November 2017

TEXTE UND VORTRÄGE

Wer verstehen will, muss mitspielen, auf: tell-review.de, 14.08.2017

Das Ende der Frauenliteratur, auf: orbanism.com, 22.02.2017

Geistes Haltung. Erinnerungen an Hella Tiedemann (mit Michael Angele, Philipp Ekardt, Wolfram Ette, Sabine Jainski, Hannes Klug, Cristina Nord, Sandra Prechtel, David Wagner und Annette Weber), auf: MERKUR BLOG, 22.12.2016

Digitale Literatur als Datendada, auf: goethe.de, Juli 2016

Instantanes Schreiben,  in: Fachtag Literatur. Schöne Aussichten, 2015

Ceci n’est pas un livre, in: der Freitag, Ausgabe 31/2014

INTERVIEWS

»Das Digitale selbst ist gar kein Thema mehr…« Über den ORBANISM SPACE 2017 (mit Leander Wattig, Interview geführt von Frank Krings), auf: medium.com/@book_fair, 25.07.2017

Frohmann Verlag. Das ästhetische und soziale Potenzial von E-Books (von Nils Kahlefendt), auf: deutschlandfunk.de, 19.10.2015

Christiane Frohmann: »Digitales Publizieren sollte sich von der klassischen Buchkultur emanzipieren« (Interview geführt von Valie Djordjevic), auf: irights.info, 19.06.2014

Tausend Tode schreiben«. Digitale Literatur im eigentlichen Sinn (von Monika Hebbinghaus), auf: deutschlandfunk.de, 17.03.2015

STATIONEN

ORBANISM
Seit 2014

 

Tätigkeitsfelder: Event-Theorie/Kritik/Publishing/Konzeption/Durchführung
Formate: ORBANISM SPACE, ORBANISM FESTIVAL, ORBANISM PUBLISHING
Partner: Leander Wattig und ein stetig anwachsendes freies Team

 

 

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FROHMANN VERLAG
Seit 2012


Literatur und Wissenschaft im Wandel
Tätigkeitsfelder: Programmgestaltung, Redaktion, Lektorat, Korrektorat, Kommunikation
Reihen: Generator, Frohmann / 0x0a, Kleine Formen, Frohmann 3
Frei Mitwirkende: aktuell 534

 

 

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KATERSALON
Seit 2012

Salon für performative Aufklärung
Orte: Kater Holzig, Roter Salon/Volksbühne Berlin, Kater Blau
Tätigkeitsfelder: Konzeption, Durchführung, Moderation, Einführungsvortrag, Kommunikation