Von Preis zu Preis: Ein Interview mit Markus Hündgen vom Webvideopreis

Webvideopreis, Credit Christoph Wolff

Der ORBANISM AWARD (formerly known as Virenschleuder-Preis) beschäftigt sich mit guten Veranstaltungen und da hat Christian de Vries aus unserem Team einige Fragen. Etwa an Markus Hündgen vom Webvideopreis, den es schon seit 2011 gibt. 

Ey, du bist ganz schön groß geworden. Wie hast du das denn geschafft?

Immer auf die richtige Diät achten: Nicht zu gierig werden und ausreichend Essen, wenn der Körper es braucht.

Wie schafft man es, aus einem Preis sogar ein Unternehmen zu gründen? Erzähl’ mal.

Viele Menschen verstehen ja leider nicht, was hinter so einem Preis steckt: Das ist nicht nur ein Wettbewerb – sondern eine ganze Samstagabend-Show mit dutzenden Dienstleistern, ein ganzes Jahr Vorbereitung mit hunderten Gesprächen mit Partnern und Stars, Business-Pläne und Banktermine. Ab einer gewissen Größe funktioniert das nicht mehr so nebenher. Und dann sucht man sich die richtigen Partner und gründet einfach eine Veranstaltungsfirma für diese Aufgaben: bei uns ist das die European Web Video Academy GmbH.

Sag’ mal ehrlich, gibt es etwas, was mal so gar nicht funktioniert hat?

Die letzten sieben Jahre haben gezeigt: Es funktioniert immer viel mehr nicht, als das es klappt. Das Schöne dabei: Die meisten Menschen sehen die Fehler nicht. Oder halten etwas Richtiges für einen Fehler. Ein Preis polarisiert – und das gehört auch irgendwie dazu. Deswegen ein kleiner PR-Tipp: Was dem Publikum nicht gefallen hat, war ein Fehler. Alles andere war natürlich goldrichtig geplant….

Markus Hündgen, CEO und Chief Executive Videopunk

Was hat sich denn im Webvideo-Bereich maßgeblich verändert in den vergangenen Jahren?

Jedes Jahr in der Branche fühlt sich an wie ein Jahrzehnt in den “alten” Medien – neue Marktteilnehmer kommen und gehen, neue Geschäftsmodelle tauchen auf und wieder ab, jedes Jahr gibt es neue Gesichter. Noch ist keine klare Richtung sichtbar – und dem passt sich der Webvideopreis immer an – und versucht, sich jedes Jahr entlang der Branche neu zu erfinden.

Gibt es schon Pläne für das nächste Jahr? Welche sind die größten Herausforderungen, wenn es um den WVP 2018 geht?

Wir haben ein Motto: “Sei disruptiv” – wenn sich etwas ändern muss, dann wird es geändert. Kill your darlings.  Das erfordert immer viel Analyse der Daten und Zahlen des Marktes und des Preises, vieler Gespräche und ein gutes Bauchgefühl. Es kann also sein, dass wir 2018 mit 300 Gala-Gästen live vom Boot senden – oder eben doch wieder mit 4000 Gästen und Fans in einer Bombast-Location feiern.

Ich will jetzt auch ganz groß werden. Was muss ich tun?

Sich selbst als Start-Up begreifen, das Produkt lieben und die Zahlen schätzen. Das Allerwichtigste: Ein hohes Maß an Leidensfähigkeit. Ein Preis lebt von und leidet durch die Öffentlichkeit. Damit muss man lernen, umzugehen.

So ganz unter uns, gibst du mir die Telefonnummer von Barbara Schöneberger?

Klar, das wäre die 11 88 0.

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