Sven Hensel: #Autorinnenzeit – mehr Bewusstsein für Frauen in der Literatur

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Sven Hensel ist ein Schriftsteller, Autorenblogger und Rezensent aus Nordrhein-Westfalen, der in den sozialen Medien unter dem Namen „AutorSvenHensel“ bekannt ist. Unter anderem schreibt er sozialkritische Theaterstücke.

Bereits 2016 verfasste er einen Blogbeitrag über Sexismus unter AutorInnen, in dem er u. a. darauf hinwies, wie sehr Frauen auch im Literaturbetrieb benachteiligt werden. Ein Jahr später hatte sich nichts an der Situation geändert – von Männern verfasste Bücher wurden immer noch bevorzugt, unter anderem in der Schule und bei Literaturpreisen – und das, obwohl Frauen Männern qualitativ in Nichts nachstehen. Sie werden nur nicht vergleichbar beachtet und wertgeschätzt.

Auf der Leipziger Buchmesse 2017 besuchte er die Podiumsdiskussion „Engagiert euch!“ mit Anke Gasch, Nina George und Janet Clark, die ebenfalls u. a. auf diese Missstände hinwiesen. Da war für ihn klar: Ein Blogbeitrag genügt nicht. Sven Hensel wollte aktiv mehr Bewusstsein für Frauen in der Literatur schaffen und hat sich die Aktion “#Autorinnenzeit“ ausgedacht, die weiblichen Autorinnen einen ganzen Monat lang eine Bühne bot.

Um seinem Ziel, das Rampenlicht der Literaturwelt auf Frauen zu richten, mehr Ausdruck zu verleihen, hat er jegliche Interviews zu seiner Person abgelehnt und stets darauf verwiesen, dass nicht er im Fokus stehe, sondern weibliche Literatur und man daher Autorinnen interviewen sollte.

Beschreibung der Maßnahme

 

Bei der Autorinnenzeit ging es darum, den ganzen Mai über gezielt Autorinnen und ihre Bücher in den Fokus zu rücken. TeilnehmerInnen konnten sich individuelle Aktionen ausdenken oder den Empfehlungen aus Sven Hensels Blogbeitrag zur Aktion folgen. Vorschläge waren zum Beispiel Bücher von Autorinnen zu kaufen und zu rezensieren, alle Autorinnenbücher zu fotografieren und zu posten, die sozialen Netzwerke einer Autorin vorzustellen, zu erklären, welche Autorin man bewundert und warum, etc. Dabei gab es keine festen Regeln, sondern alle TeilnehmerInnen wurde die völlige Freiheit gelassen, wie sie ihre Begeisterung für weibliche AutorInnen darstellen wollen.

Ziel war es, auf die wunderbaren Bücher aufmerksam zu machen, die von Frauen verfasst wurden. Alles über die Aktion an sich und deren Notwendigkeit, kann unter dem folgenden Link nachgelesen werden: svenhensel.de/autorinnenzeit-unterstuetze-deine-autorinnen/

Inwiefern ist/war die Maßnahme erfolgreich oder neuartig?

Über die Autorinnenzeit gab es tausende Beiträge auf Facebook, Twitter und Instagram. Die Reichweiten lagen im achtstelligen Bereich. Zahlreiche Diskussionen über die Notwendigkeit, die Gleichberechtigung herzustellen, wurden angestoßen, wodurch man Bewusstsein für die Probleme weiblicher Autorinnen schaffen konnte – es zeigte sich deutlich, dass vielen Autorinnen und auch Autoren der Grad der Benachteiligung von Schriftstellerinnen oft nicht bewusst war.

Durch die Aktion haben Autorinnen über den Zeitraum eines ganzen Monats so viel Beachtung und Wertschätzung erfahren wie nie zuvor: Bücher wurden vorgestellt und mit Enthusiasmus überschüttet, Freude über neue Käufe von Autorinnen-Büchern wurde in den sozialen Netzwerken verbreitet, Aufmerksamkeit für die Probleme von Autorinnen wurde geschaffen und auch ein positiver Austausch zwischen LeserInnen und AutorInnen wurde gefördert. Dabei kam es zu einer Verschmelzung der Online- wie auch Offline-Aktivitäten, da die Aktion u. a. dafür sorgte, dass Lesungen besucht wurden, es zu Treffen mit Autorinnen kam, um Widmungen zu ergattern und Autorinnen-Büchern vom heimischen Bücherregal aktiv ins Rampenlicht zu stellen. Dank des Hashtags hat diese Aufmerksamkeit auch noch dauerhaften Bestand und alle Buchtipps sowie die Begeisterung für Autorinnen ist unter ihm gespeichert und jederzeit auffindbar.

Um nur ein Beispiel der positiven Konsequenzen zu nennen: Die Aktion hat einen wichtigen Teil dazu beigetragen, das Netzwerk für Fantastik-Autorinnen zu gründen: das Nornennetzwerk. Hier unterstützen sich Autorinnen gegenseitig und verschaffen sich Gehör.

Die Autorinnenzeit fand im Übrigen große Unterstützung durch Autorinnenvereinigungen wie zum Beispiel den Mörderischen Schwestern oder dem Autorinnenclub. Darüber hinaus förderten und bewarben sie auch Literaturschock.de, Karla Paul, Nina George und viele andere.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Diese Aktion wird voraussichtlich in unterschiedlicher Form so lange jährlich fortgeführt, bis die Gleichberechtigung zwischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern erfolgt und die Notwendigkeit nicht länger gegeben ist.

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