Deutsche Architekturmuseum: Evakuierte kostenlos ins Museum

Kurze Beschreibung des Unternehmens/Akteurs

Für die Beschäftigung mit aktueller Architektur und ihrer Geschichte gilt das Deutsche Architekturmuseum (DAM) europaweit als eines der besten Adressen. Als Haus-im-Haus hat der Kölner Architekt Oswald Mathias Ungers das DAM konzipiert und zugleich dessen größtes Exponat und ein Sinnbild der Baukunst geschaffen. Dafür wurde die Doppelhausvilla von 1912 rigoros entkernt und von einer Glashalle umgeben. Eine transparente Architektur ist dabei entstanden. Streng gegliedert und konsequent weiß gehalten, lenkt nichts den Blick auf die Objekte ab. 24 Großmodelle von der Steinzeit bis zur Gegenwart lassen die Besucher in der Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“ die Vielfalt der Bau- und Siedlungsgeschichte entdecken.

Beschreibung der Maßnahme

Auf einer Baustelle in Frankfurt ist Ende August eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Zehntausende Menschen mussten ihre Wohnungen räumen. Es handelte sich um die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Das Deutsche Architekturmuseum reagierte smart auf den Vorfall, der für viele Frankfurter ja eine ganz erhebliche Beeinträchtigung des Alltags darstellte. Es richtete am 3. September, dem Tag der Evakuierung Sonderöffnungszeiten ein und bot ab 8 Uhr freien Eintritt für alle Evakuierten (nach Vorlegen des Personalausweises). Das Café war geöffnet, alle Ausstellungen zugänglich und es gab sogar Führungen und einen Kinderworkshop.

Inwiefern ist/war die Maßnahme erfolgreich oder neuartig?

Die Aktion war nicht nur smart, sondern auch erfolgreich. Fast 500 Evakuierte kamen ins Haus und verlebten nicht nur einen kurzweiligen Tag, sondern werden dem DAM sicherlich auch emotional verbunden bleiben auf Basis der gebotenen Gastfreundschaft.

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